Hasi Twister´s Reise

Hasi Twister's Reise 

Von Margit Hübner

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Die Erzählung eines neugierigen Hasen

Kapitel 1

 

Gilbert Hasi Twister lebt im Sauerland, arbeitet als Gärtner und reist gerne nur mit leichtem Gepäck. So beschloss er eines Tages in den letzten heißen Stunden des Sommers in die endlos scheinenden Berge der bezaubernden Schweiz zu reisen.Er packte etwas Proviant und nur das Nötigste ein....

Kapitel 2

 

Vorsorglich gewappnet gegen alle möglichen Wetter zog er am Morgen, begleitet von der goldenen aufgehenden Sonne und frischen Nebelfeldern, los. Die alte historische liebevoll gepflegte Dampflock der Eisenbahnfreunde seiner Heimat, sollte gerade an diesem Tag mal wieder eine ihrer immer seltener werdenden Fahrten aufnehmen. Und ihre Rauchschwaden vereinten sich mit dem Nebel. Da fahre ich mit, dachte er sich, und sprang hinten auf, als die Fahrt begann. Gemütlich kreuzte er seine Läufe, eine Möhre in der einen und in der anderen Pfote die kleine Kamera für das spontane Föteli... "Auf in die Schweiz" jubelt er.

Kapitel 3

 

Leider fuhr die historische Eisenbahn mit der Dampflock vorne weg nur bis nach Unna. Er musste einen schnelleren Zug nehmen, den ICE. Auf dem Bahnsteig lauschte er den Worten aus den Lautsprechern. Wieder mal war ein Zug nicht pünktlich. Gründe gabs genug, also nicht wichtig. Der Zug nach Dortmund rollte ein. Yeah, nehme ich doch den, dachte sich Hasi. Aber wie mach ich mich dünne, daß mich niemand sieht? Eine Frau hinter ihm rief im selben Moment  entzückt: "Oh, ein Hase" und zack steckte sie ihn in ihre Tasche.

Kapitel 4

 

...in der Tasche war es dunkel. Es schaukelt und er hörte, wie der Zug abfuhr. Seine Augen gewöhnten sich an die Dunkelheit. Au weia da sitzt schon eine Katze. Der Schreck fuhr ihm durch die Glieder. Sie schaute ihn mit großen Augen an. Dann schnüffelte sie ihn ab. "Aber du wirst mich doch wohl nicht fressen" rief Hasi ängstlich. Doch sie setzte sich lieber , die Pfoten eingedreht, in Position, um in der Tasche nicht hin und her zu rutschen. "Wer bist du denn?" fragte sie...

Au weia, in der Tasche sitzt schon eine Katze....

Kapitel 5

 

In der Tasche war es mollig und bequem durch Decken, und eine pinkfarbene Plastikmaus. "Ich bin Hasi und bin unterwegs in die Schweiz. Ich will mit der Bahn fahren bis zur Schweizer Grenze und dort in den Bergen wandern". "Na ja", erklärte die Katze "Meine liebe Frausimaus, die mich hegt und pflegt und mich füttert und striegelt, wird dich als lebendigen Schmuck tragen wollen. Sie ist verrückt" Die Katze zwinkerte ihm zu. Hasi stellte sich vor, wie er aussehen würde als lebendiges Schmuckstück...

Er vernahm Stimmen. "Wo hast du den Hasen?" "In der Tasche, Nelly passt auf, dass er nicht entwischt" Lachen kichern lachen. "Hasenbraten wäre mir lieber" prustete eine männliche Stimme. Oh nein, Hasi wird nervös, nicht in den Brattopf und auch will er kein Schmuckstück sein.

 

 

Bild zu Hasi Twister´s Reise Kapitel 5

Kapitel 6

 

Plötzlich quietschte der Zug und es gab einen Ruck, die Katze rutschte über Hasi und drückte ihn fest in die wollige Decke, die Plastikente stach ihm mit ihrem Schnabel fast ins Auge. Er bekam kaum Luft. Draussen Geschrei vieler Menschen. Die Katze kreischte: "Es wird Zeit, dass wir hier raus kommen" Er war sich nicht sicher, ob sie den Zug oder die Tasche meinte. Dann ging das Geschaukel wieder los, und wurde wilder. Hin und her, bis es krachte, und plötzlich still wurde. Nichts bewegte sich, die Tasche nicht, die Katze nicht und auch Hasi nicht.

Möäh, möäh, möäh ertönte es in die plötzliche Stille hinein..Es raschelte. Hasi nahm allen Mut zusammen und öffnete von innen langsam den Reissverschluß an der Tasche. Ein Riesenviech mit zwei monumental großen Hörnern stand ihnen gegenüber ...

Der Widder grinste, und Nelly, die Katze hüpfte aus der Tasche. Hasi wollte gerade auch heraushüpfen, als sich eine Hand um seine Taille legte. Da war sie wieder diese Frauenstimme "Oh mein liebes Häschen, ist dir auch nichts passiert" fragte sie als sie Hasi kuschelte. "So ein Bahnhof ist nichts für dich, du gehörst..." "In den Kochtopf" lachte ein Mann. "Nein, in die Natur" und die Frau entließ ihn in einen kleinen Stall. Hasi dachte er sei frei, nein, es war eine teuflische Falle. 

Kapitel 7

 

Das Krachen entpuppte sich als Geräusch des Vergasers der alten französischen Ente 2CV4, und das Rütteln und Schütteln wurde auch durch die Fahrt über Stock und Stein verursacht. Hauptsache die Eier waren nicht kaput, lach. Idylle pur, aber für Hasi nicht. Es mußte ihm gelingen zu entkommen. Sein Leben war bedroht. Letzten Endes würde er doch als Hasenfilet enden. Da hatte er eine gute Idee.... Er hatte in seiner Tasche ein Messer aus Solingen, so gut wie Schweizer Messer. Zum Glück sammelte er sie, und war der Meinung, diese gehören auf jeden Fall in leichtes Gepäck. Er würde auf die Nacht warten...

Es war Halloween. Kürbisse lagen in der Nähe des Hauses. Am späten Abend, als es bereits dunkel ist, und auch der Mond nicht leuchtete, säbelte er am Gitter des Stalls. Es war mühsam. Doch plötzlich leuchtete das Haustürlicht und die Katze Nelly schlich um den Käfig. "Ich öffne" sagte sie, es klickte. Sie gab ihm einen kleinen Kürbis mit frechem Gesicht, "der könnte passen", grinste sie und verschwand. In der Dunkelheit dann konnte er flüchten... und der Mond leuchtete wieder...

 

Kapitel 8

 

Hasi rannte so schnell wie er nur konnte und schlug wild seine Haken. Dabei erschreckte er ungewollt mit seiner Maske sämtliche Tiere. Irgendwann verdeckte eine dunkle Wolke das Licht des Mondscheins, und Hasi fiel auf, daß er zwei Nächte nicht mehr geschlafen hatte. Ihm fielen die Augen zu vor Müdigkeit. So beschloss er irgendwo zu schlafen.

Plötzlich stand da eine Hütte im Weg oder so etwas. Er torkelte schlaftrunken hinein und ließ sich einfach fallen.

Er schlief tief und traumlos. Plötzlich schoß ihm eine Sturmboe in die Ohren. Leises grunzen drang in seinen Gehörgang. Er öffnete die Augen.... aaaaaahhhhhh....

 

Fortsetzung folgt....

 

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Margit Hübner

 

Kapitel 9

 

Alles schwarz vor Augen, ich bin blind, jammerte Hasi. Mühsam öffnete er seine Augen und blickte in zwei dunkelbraune, fast schwarze, große, riesige Augen. Es war ein, Hasi schluckte und ihm blieb fast das Herz stehen, ein Gorilla???

Ganz vorsichtig mit riesigen Gorilla Fingern wurde Hasi untersucht. Hasi kicherte, das kitzelte. Der Gorilla, der erst so finster und traurig schaute, schien zu lächeln, aber er blieb stumm. In seinen Augen lag Traurigkeit aber doch Hoffnung, Leere und doch Allwissenheit, Weisheit und Gewissheit über das Übel der Welt. Hasi verlor seine Angst. Er spürte das liebevolle dieses Wesens in diesem Moment. Es wurde heller, der Tag brach an, und die Sonne spielte mit den Schatten. Er war in einem Zoo gelandet, dachte er irrtümlicherweise. Ach du grüne Neune. Hoffentlich gab es nicht auch ein Gehege für Hasen. Der Gorilla streichelte ihm über den Kopf, und Hasi dachte an den Kürbis, den er ja noch auf hatte.  "Ich schenk ihn dir, Gorilla" "Bob" antwortete er. Und während er noch Pläne machte, sah er sie....

 

Fortsetzung folgt...

 

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Kapitel 10

 

Sie war plötzlich da. Der Gorilla nahm sie auf und begrüßte sie zärtlich. Eine Schönheit, ein Traum, wie ein Treffen im Paradies. Hasi sah überall Blüten um sie herum. Hibiscusblüten. "Hey" ihre helle klangvolle Stimme drang zu ihm vor. Sie sah ihn mit großen Augen spöttisch an "Was guckst du so?", die Hasin verdrehte die Augen. "Wir müssen hier weg, sie sind uns schon auf den Versen." Hasi wollte antworten, aber es kommt nur Kaudawelsch aus seinem Mund. Er war noch ganz eingenommen von ihr. Als es ihm endlich gelang, sich zu fangen, fragte er erstaunt: "Wer?" 

Es war hell geworden in der Zwischenzeit. Sonnenstrahlen drangen durch das Fenster und die schmalen Lücken zwischen den Holzbalken der Wände dieser Scheune. Da fiel ihm ein, dass er noch diesen verrückten Kürbis um seinen Kopf trug. Er zog ihn ab und gab ihn Bob, dem Gorilla. Dieser hatte plötzlich zwei Köpfe... 

 

Nein, es sind zwei Gorillas

 

Kapitel 11

 

Hinter dem Gorilla Bob, der vor Hasi auf dem Boden in der Hütte saß, erschien plötzlich das Antlitz eines zweiten Gorillas. Bob nahm den Kürbis und drehte sich um zu dem Gorilla hinter ihm, der ein Gorillababy im Arm trug. "Jetzt wird es ja spannend" dachte Hasi aufgeregt. Dann sah er, wie sich bestimmt ein Dutzend Hasen sammelten. Die schöne Hasin führte nun das Wort: "Wenn wir zulassen, dass Bob und Marly für Forschungszwecke missbraucht werden, ist die Zukunft aller Tiere in Gefahr. Wir müssen es schaffen, unsere Gorillafamilie nach Zürich zu bringen, damit sie mit dem Flieger mit der Organisation "Rettet die Welt, dann werdet ihr sehen, was sie wirklich wert ist" auf ihre Reise in den Kongo begleitet werden kann. Die Jäger sind ganz nah. Nehmt Kontakt auf mit der "Invasion der scharfen Wespen". Aber die Zeit drängt. In der Zwischenzeit müssen wir uns auf den Weg machen. Die "Invasion" muss die Jäger aufhalten, nur so haben wir die nötige Zeit zu fliehen."

"Wir werden im Schutz der Dunkelheit aufbrechen", fügte sie hinzu..

 

Kapitel 12

 

Der Wespenstock hing unter dem Dach der Scheune an einer dunklen warmen Stelle. Er war innerhalb einiger Monate stattlich gewachsen. Das Wespenvolk vermehrte sich ständig. Wasser war das Alarmzeichen zum Einsatz der Invasion der scharfen Wespen. Die Hasen mussten zu viert ein Katapult auf der entgegen gesetzten Seite der Scheune bewegen, sobald Wasser marsch gehen musste. Solange lag es versteckt unter Heuhaufen. Gefüllte Wasserkanister standen links an der Wand. Die Wasserkanister waren durch Schläuche miteinander verbunden, und ein kleiner Stromgenerator sollte das Wasser durch einen Schlauch hochpumpen, der dann Wasser in das Wespennest spritzen sollte. Die Hasenpatroulie meldete, wo sich die Jäger befanden, zum Mittag des nachfolgenden Tages sollten die Jäger die Scheune erreichen und die Invasion würde zum richtigen Zeitpunkt zuschlagen. Doch es würde ganz anders sein...

 

Kapitel 13

 

In der Nacht bereits begann es zu schneien, es war sehr kalt geworden. Gerade als die schöne Hasin alles, was zu wissen sei, mitgeteilt  hatte, knarrte das große Tor der Scheune. Hasi und die Gorillafamilie versteckten sich hinter aufgestapelten Heuballen. Dann ging alles ganz schnell. Zwei Männer traten herein, sie redeten wild gestikulierend, laut und aufgeregt miteinander: "Wir können nicht warten bis zum Mittag". Der eine von beiden war so groß wie Bob der Gorilla, wenn er stand, und auch so breit. Die kräftigen Arme waren sehr muskulös. Der andere Mann war zarter, schmaler, aber sehr viel größer. Hasi wollte vor Schreck und Angst vor den Jägern fliehen, stolperte über das Katapult, der Schlauch öffnete sich und das Wasser spritzte die beiden Neuankömmlinge nass. In das Wespennest spritzte ebenfalls Wasser, weil der Schlauch hin und her schlug. Die "Invasion der scharfen Wespen" begann. Sie flogen gerade auf die Eindringlinge zu, wie geplant. Die beiden Männer wussten nicht was geschah, sie wurden von den Wespen angegriffen. Aber das Wasser trieb die Wespen im Schwarm ab in eine andere Richtung, und sie verschwanden nach draussen.  "Arrrh", der Lange fluchte, und schüttete sich. "Seid ihr verrückt geworden ", rief der Muskelmann. "Rettet die Welt, dann werdet ihr merken, was sie wirklich wert ist " hat uns geschickt... Das ist die Parole...

Hasi Twister's Reise 

Die Erzählung eines zu neugierigen Hasen 😉

Kapitel 14

 

Die Hasin sprang dem Muskelmann in die Arme und Gorilla Bob reichte dem Langen seine Hand und streichelte ihm über den Kopf. "Das sind Gunnar und der Doktor ", stellte die Hasin, deren Name Hasi immer noch nicht wusste, vor. Jedes mal, wenn er fragen wollte, passierte irgendetwas. Dr. Leo Hans war Tierarzt, und setzte sich speziell für Gorillas ein. "Der Bus steht hinten am Bach, lasst uns gehen, damit wir schnell hier wegkommen", sagte der Doc leise, aber bestimmt. Hasi könnte auf diese Weise nach Zürich reisen. "Yess, tschacka", dachte Hasi bei sich. Er trottete einfach hinterher. Die Fensterscheiben des kleinen Busses, gerade groß genug für eine 7 köpfige Familie, hatte getönte Scheiben. Es war kaum möglich klar hineinzusehen, man konnte erkennen, dass jemand dort saß, aber nicht wer oder was. Perfekt. Ein junger Mann lief von unten aufgeregt winkend hinauf: "Sie kommen, sie sind bereits auf der anderen Seite des Baches ", rief er entsetzt. "Beeilt euch, bitte", rief er verzweifelt gestikulierend. 

Es war, wie bereits schon erwähnt, sehr kalt geworden, es lag Schnee, leicht wie Puderzucker aber auch angefroren. Das Auto mit den Verfolgern geriet ins schliddern, und fuhr geradewegs auf den Bus zu...

 

Kapitel 15

 

Schüsse fielen, es schallte in den Bergen. Es knallte ein paar mal. Der Wagen der Verfolger raste mit großer Geschwindigkeit auf den Bus zu. Jeder von ihnen blieb wie angewurzelt stehen. Und dann flog das Auto über den Bus hinweg, überschlug sich zweimal und blieb im Bach unten liegen. "Schnell", rief Doc seinem Kumpel Gunnar zu,  "ruf Polizei, Notarzt und Krankenwagen, wir müssen hier weg. Los in den Bus." 

Zum ersten mal sah Hasi nun das Gorillababy, als der Bus endlich los fuhr. "Wie heißt es denn" "Luke, wie lucky Luke, denn wir hoffen, dass er mal kein bedrohtes Leben führen muss wie wir." Bob sprach es aus und schaute Hasi traurig an. "Das wünsche ich euch sehr" nickte Hasi,  und alberte mit Luke herum. Das Gorillababy lachte, wirklich, wie schön. "Er kann lachen, " bemerkte Hasi erfreut. "Aber auch von Hasen sagt man ja sie könnten nicht lachen. Auch Schmetterlinge hört man sehr selten lachen", schmunzelte Hasi, und Bobs Augen leuchteten jetzt auch, und Marly wiegte mit einem zärtlichen Lächeln um die Lippen Luke weiter in ihren Armen wie eine menschliche Mutter es tut.

Hasi bemerkte wie die Hasin beobachtete, und drehte sich zu ihr um." Wie ist eigentlich dein Name?" und spitzte seine Löffel...

Plötzlich hielt der Bus. Der Doc sagte: "Wir werden hier die Nacht verbringen. Es ist alles hergerichtet, und bis die Bosse merken, dass ihre Hyänen", so nannte er spöttisch die Ganoven, "versagt haben, haben wir Zeitaufschub. Und bis der Flieger ab Zürich geht, dauert noch ein paar Tage ".

Als sich die Tür vom Bus öffnete, blickten sie auf ein altes herunter gekommenens Tor, aber es war wunderschön...

 

Kapitel 16

 

Die Sonne erleuchtete das Tor und gab ihm ein besonderes, fast ein himmlisches Flair. Es öffnete sich langsam und knarrend, begleitet von einem quietschenden Klang. Ein Gong ertönte klangvoll und lang. Erst laut, dann immer leiser werdend. Heraus trat ein Mann mit einem schwarzen Hut, er trug einen bunten Anzug,  so einen Smoking, wie man ihn nur in schwarz kennt, aber in den aller möglichsten Farben. Das Muster bestand aus stilisierten Palmblättern in verschiedenen Grüntönen, umhüllt von Knallrot bis Ziegelbraun, durch cyanblaue Punkte und quietschgelbe kommaähnliche gebogene Formen. Die Fliege am Hals passend dazu war indigoblau und der  Samtstoff schimmerte. Das weiße Hemd strahlte mit den blendend weißen Zähnen um die Wette. Der Mann hatte eine schwarze Haut, und war wohl schon etwas älter. Hinter Hasi stieg der Junge aus dem Bus, der sie in den Bergen gewarnt hatte, und der Unfall passiert war. Hasi hatte ihn dort das erste mal gesehen. Er lief auf den "bunten" Mann zu, und sie umarmten sich beide voller Freude. Und begrüßten sich schwungvoll mit den Händen, die irgendwie einer Choreografie zu folgen schien. "Kommt", rief der Mann im bunten Smoking,  "Ich hab für euch etwas vorbereitet, ihr seid doch sicher hungrig und müde".

 

Kapitel 17

 

Das alte Haus hatte innen sehr hohe Wände, die an der Decke mit Stuck verziert waren. Gipsgebilde, die aussahen wie Totenköpfe und Masken mit wirren Blicken und schrecklich verzogenen Mündern, alles weiß getüncht. An einigen Stellen etwas abgebrochen, aber die Farbe war frisch, allerdings bereits trocken. Die Wände mit blautönigen Farbflächen gaben dem grossen Eingangsraum das prunkvolle Entre eines Schlosses. Darauf waren gotische Malereien in Pastell und erdigen Farbtönen, die mittelalterliche Trinkgelage darstellten. Die kleinen barocken Möbel waren goldfarben und glänzend. "Tretet ein, herzlich willkommen", mit geöffneten Armen, in der einen Hand einen schwarzen Stock mit güldenem Griff, die andere Hand offen ausgestreckt begrüßte Paul, so hieß der Schwarze, seine Gäste. Paul wie Paul Gauguin oder Paul Czesanne. "Bienvenue welcome" dachte Hasi, wie in dem Film "Cabaret".

Vom Eingangsraum aus gab es 6 große Türen, die fast hätten Tore sein können. Kräftiges lackiertes Himmelblau und mit goldfarbenen  graphischen Mustern  bemalt. "Vor dem Dinner, könnt ihr euch frisch machen. Hinten im Hof ist der Badebereich ", lud Paul sie ein. Wie die Hasin hieß wusste Hasi immer noch nicht. 

Der Badebereich war draussen in einem anderen Haus. Die Gorilla hatten ihren eigenen Bereich, der ein bisschen aussah wie im Zoo, aber es war an alles gedacht, und sie schienen sich offensichtlich wohl zu fühlen. Sie bewegten sich frei und ungezwungen. 

Der Badebereich war hochmodern eingerichtet, schlichte gerade Linien, heimische Hölzer und Marmor aus Italien, große rahmenlose Spiegel, Fliesen aus Portugal und moderne Badewannen, die allerdings aussahen wie anno dazumal, aber abgetrennt in großzügigen Bereichen. 

Das gemeinsame Essen gab es um Acht, 20.00 Uhr europäischer Zeit. 

Also war noch Zeit. Hasi konnte es sich endlich mal wieder gut gehen lassen...

 

Kapitel 18

 

Nach dem Bad ging Hasi durch den herbstlichen Garten, es war dunkel und sehr kalt. Es roch nach Schnee. Bevor Hasi zurück ins Haus trat, entdeckte er links daneben eine Eisenklappe. Sie hatte einen runden Eisengriff in Form einer Rosenknospe. Er öffnete diese, ein Licht schimmerte aus dem schmalen Gang, und er trat ein. Langsam schlich er sich durch den Gang, der mit einer leicht geöffneten Tür endete, die den Lichtspalt verursachte. Er lauschte, aber er hörte nichts weiter als ein leises rauschen des Baches hinter dem Badehaus und das rascheln des Windes, der durch das Haus zog.

Es war eine Kammer, eine Kleiderkammer. Eine Wand nur mit Hüten, daneben hingen Masken, sie erinnerten ihn an venezianische Masken. Eine davon fiel ihm besonders ins Auge. Sie war rot, hatte zwei kleine spitze Ohren und einen spitzen leicht geöffneten langen Schnabel, vier Bänder um sie einzubinden. Er probierte sie an. Oh ja, die stand ihm sehr gut. Er legte sie wieder beiseite. 

Die unzähligen Kleider aus dieser Kammer könnte er wohl auch nicht gebrauchen. 

Plötzlich hörte er Stimmen aus dem Nebenraum, andere Stimmen als die der Leute aus dem Bus. "Lass mich das mal machen, wir werden die Gorilla wieder zurück bringen. Sie werden Zürich nicht erreichen". "Ich verlass mich auf dich," sagte eine andere Stimme. Er hörte Jemanden näher kommen. Ohje, wohin jetzt? Da hatte er die Idee die Maske wieder aufzusetzen, und sich in die Maskensammlung einzureihen. Plötzlich sah er sein Handtuch mit seinem Namen, das er nach dem Bad um sich geschlungen hatte, in der Mitte des Raumes liegen... 

 

 

 

Kapitel 19

 

Diesmal würde er nicht vor Schreck und Angst kneifen. Jetzt wüsste er wie der Hase läuft, er war vorbereitet. Der Mann betrat den Raum, aus dem anderen Zimmer leuchtete das Licht bis in die Kammer und er sah das Handtuch. Er hob es auf. "Hasi" las er laut. "Das lag noch nicht dort vorhin. Hier stimmt was nicht", murmelte er. Hasi nahm allen Mut zusammen und rannte los, schlug seine Haken und lief dem Mann so heftig in die Beine, sodass der wackelte, das Gleichgewicht verlor, und stürzte. Unglücklicherweise oder vielleicht auch glücklicherweise fiel er mit dem Kopf auf einen der Schränke. Blut spritzte. War er tot? Hasi verschlug der Anblick den Atem, doch dann rannte er los, um Hilfe zu holen. "Gunnar, Doc, kommt schnell" schrie Hasi verzweifelt.  Gunnar war zuerst bei Hasi und lief hinter ihm zurück zum Unglücksort. Der Mann lag immer noch dort. Gunnar fühlte den Puls. " Er lebt noch, wer ist das überhaupt?" Als Hasi antworten wollte, kam der Doc dazu. "Das ist Gundlach, er soll die Gorillas zurück holen. " Der Notarzt und Polizei kamen, und in der Begleitung der Polizei fuhren sie ihn im Krankenwagen ins Krankenhaus. Er lebte, das war für Hasi erst mal wichtig. Soll er ein anderes Mal sterben, aber nicht durch ihn.

"So, wir können tafeln und feiern" rief Paul "Es ist angerichtet"...

 

 

Kapitel 20

 

Wer war der andere, dessen Stimme Hasi gehört hatte. Sie mussten wachsam sein. Aber erst mal genussvoll speisen. Er traute seinen Augen nicht, als er den Saal betrat. Ein langer Tisch präsentierte sich ihnen, gefüllt mit köstlichen Speisen, und gegenüber stand ein lang gedeckter Tisch zu einer Tafel des Genusses angerichtet, geschmückt mit Kandelabern in denen Kerzen brannten, und Efeuranken zu deren Füßen. Darunter weiße Tischtücher darauf leicht glänzende  rosafarbene Teller, Silberbesteck, knallrote Servietten, die gefaltet zu Muscheln auf den Tellern thronten, und Gläser, 5 unterschiedliche Gläser für jeden Gast. Die Gorilla saßen etwas abseits, und speisten aus großen Holzschalen üppig angerichtete Früchte, und tranken aus hölzernen Bechern Wasser aus der Quelle, die weiter hinten im Wald zu finden war. Wasser gab es natürlich auch für die anderen. Es war wirklich wunderbar frisch und kalt. Auch der erste Tropfen Wein war "friiisch".

Während sie speisten, beobachtete Hasi seine Mitreisenden. Sollte ein Verräter unter ihnen sein? Er konnte und wollte es sich nicht vorstellen. Gunnar war aus Schweden, war Biologe und schon länger in der Organisation, und hatte wohl schon so manchem Tier geholfen. Sein Freund Dr. Leo Hans, den alle nur Doc nannten, kam aus der Schweiz und war Veterinärmediziner. Auch er gehörte schon lange dazu. Plötzlich sah er zwei Buttler, die er zuvor noch nicht gesehen hatte.

Sie bewirteten die Gäste an der langen Tafel. Sie trugen englische Butleranzüge und wirkten sehr geübt. Sie schenkten auch den Wein ein. Manchmal kam noch eine Kellnerin dazu, in schwarzem kurzen Kleid mit einer weißen  Rüschenschürze und Häubchen auf dem zu einem feinen Knoten zusammen gebundenen schwarzen Haar. Hasi bemerkte ihren beobachtenden Blick. Die Augen gingen von einem zum anderen und der Mund lächelte künstlich. Sie war es, durchfuhr es Hasi. Als sie Gunnar fragte, ob sie noch nachschenken dürfe, erklang eine dunkle Stimme. Aber war es nicht eindeutig eine Frau? Das war die zweite Stimme.  Hasi wurde nervös, wie sollte er jetzt nur seine Leute darauf aufmerksam machen ...

 

Kapitel 21

 

Hasi behielt sie im Auge, aber so, dass sie es nicht mitbekam. Das war natürlich nicht ganz einfach. Und auch vorbei war für ihn das entspannte genießen dieses schmackhaften Essens, und auch des sehr attraktiven visuellen Genusses. Er nahm sich vor, ihr heimlich zu folgen, und huschte zwischen Tischen und Beinen hindurch. Die anderen verfielen in einen Feiermodus, sie fühlten sich ja sicher. Jedoch sah Hasi, dass Gunnar und der Doc, für ihn  offensichtlich doch sehr achtsam waren, dies aber geschickt versteckten. Sie unterhielten sich, machten Scherze und gaben sich Komplimente. Schulter klopfen gehört eben  dazu. Die Kellnerin verschwand in der Küche,  Hasi folgte ihr unauffällig. Manchmal war es sehr von Vorteil ein Hase zu sein, schmunzelte Hasi in sich hinein. Er lief mit ihr überall hin, und schaute genau zu was sie machte. Sie war sehr flink und geschickt wie eine gut ausgebildete Kellnerin im Hotelfach. Sie beobachtete alles, auch aus den Augenwinkeln, und bediente an der Tafel, und lief in die Küche um Nachschub zu holen. Gunnar, der Doc, der junge Mann und die Hasin plauderten ungezwungen mit dem Gastgeber Paul, der sich inzwischen umgezogen hatte, und ein ebenfalls üppiges  Gewand trug, welches aber eher traditionell afrikanisch aussah. Es bestand aus farbenreich bestickter Seide, die im hellen Schein der vielen Kerzen schimmerte, und die Muster waren sicher traditionell. War er ein König oder so etwas? Auf dem Haupt trug er einen runden Hut, der oben auf seinem Hutdeckel gerade geschnitten war, er erinnerte an einen kleinen Eimer, nur aus bunt und goldfarben besticktem Stoff aus Seide. Passend zum Gewand. Viel Rot, viel Orange und Grün, viel Gold, aber auch irgendwie alle anderen Farben. Eine schillernde Figur. 

Draussen lag mittlerweile Schnee, viel Schnee. 

Die Kellnerin schien hinauszuschleichen, und Hasi hinterher...

 

Kapitel 22

 

Die Kellnerin verschwand nach draussen. Sie kramte in ihrer Schürze und zündete sich eine Zigarette an, die sie darin fand. Hasi musste lachen. Doch gerade als er sich entspannt zurücklehnen wollte, verspürte er brennen in den Augen, es wurde heftiger und er konnte nichts mehr sehen. Sie hatte ihm etwas in die Augen gesprüht. Wenn er sich die Augen rieb wurde es nur noch schlimmer. Verdammt noch mal und zugenäht,  was war da los. Alles war durcheinandergeraten. Er spürte Schläge, und hörte Schreie, dann riss ihn jemand an den Arm und zerrte ihn mit sich. "Ich bin's," vernahm er die flüsternde Stimme der Hasin, und floh mit ihm.  

"Ich bin's, Charli, halt doch mal still", währenddessen wusch sie ihm vorsichtig die Augen aus, von innen, immer von der Nase weg. Hasi fügte sich, und ließ sie machen. "Was ist denn passiert," flüsterte er. "Später".

Gunnar war der Kellnerin auch gefolgt, das hatte Hasi aber nicht mitbekommen. Gerade als sie Hasi das Pfefferspray in die Augen sprühte, griff Gunnar zu. An der Tafel war der Junge zusammen gebrochen, er hatte zuerst von dem Wein getrunken, der zur Hauptspeise serviert wurde, weil er das prosten nicht abwarten konnte. Da fiel er einfach um und rang nach Luft. Schnell begriff Gunnar die Situation, rief den anderen zu: "nicht trinken" und lief nach draussen uns hinterher. So konnte er schnell zugreifen. Der Doc kümmerte sich um den Jungen. Der Wein musste analysiert werden. Paul fand das kleine leere Fläschchen in der Küche im Mülleimer. Er roch Arsen...

 

Kapitel 23

 

Der Doc sah sofort, dass es ein epileptischer Anfall war, der den Jungen erfasst hatte. Die anderen bekamen es in der Aufregung zuerst gar nicht mit. Aber schnell wurde klar, dass es nicht das Arsen war. Die Gorilla hatten auch Glück,  aus irgendeinem Grund hatten sie kein Wasser mehr getrunken. Die Lösung war schnell gefunden, es gab direkt Wand an Wand mit der Unterkunft der Gorilla einen Stall, und in diesem Stall standen drei Maultiere, die offensichtlich gerne wieherten, eines davon besonders, und das wirkte so lustig, dass die Gorilla ihren Spaß hatten. Alle Gläser wurden geleert und entfernt. Mal wieder war die Polizei da, diesmal die Schweizer. Bis nach Zürich war es jetzt ja nicht mehr so weit. Die Polizei bot an, den Transport der Gorilla nach Zürich zu schützen, und eine Truppe abzukommandieren, die sie in einem Autokonvoi begleiten würden. Die Kellnerin war der Polizei bereits bekannt, Gunnar konnte sie überwältigen.

 

Kapitel 24

 

Hasi hörte ein leises Atmen, fühlte einen Körper in seinen Armen, etwas flauschiges. Bevor er die Augen öffnete, wollte er diesen Traum noch genießen. Seine Gedanken erzählten ihm von der Nacht. Er riss seine Augen auf, er konnte es kaum glauben, aber Charli lag in seinen Armen. Ein süßlich, glückliches Gefühl drang in sein Herz, aber von innen schien sein Herz sich zu füllen. Er sah sie an. Und dann sah er sich um. Sie hatten in der Küche unterm Tisch geschlafen. Da hatten wir ja Glück, dass das keiner ausgenutzt hat, und aus uns Hasenbraten briet. Da fiel ihm wieder ein, dass Paul ja Vegetarier ist, genau wie Gunnar und der Doc. Auch in dem  köstlichen Mahl von gestern gab es kein Fleisch, aber auch keinen Fisch. Dennoch Käse, und andere Milchprodukte. 

Charli wurde nun auch wach, sie räusperte sich, aber erst nach einer Weile. Denn auch sie genoss  es in seinen Armen zu liegen. "Guten Morgen" sagte eine Stimme freundlich und gut gelaunt. Pauls Gesicht erschien verkehrt herum grinsend unter der Tischkante.

 

Kapitel 25

Die Polizei musste den Konvoi zur schützenden Begleitung des Transports der Gorilla erst organisieren. Solange sollten sie bei Paul bleiben. Alle waren aufgeregt und aufgedreht. Zwei Polizisten wurden zum Schutz abgestellt. Der Junge, der übrigens Per hieß,  sollte sich wohl relativ schnell wieder erholen. Sie brachten ihn wahrscheinlich nur für eine Nacht ins Krankenhaus. Im Kamin flackerte ein wärmendes Feuer,  man trank noch einen Wein, natürlich aus einer Flasche aus dem Weinkeller, die ungeöffnet aus dem hintersten Regal geholt wurde, und diese schmeckte wunderbar. Draussen schneite es in ganz dicken Flocken. Am Morgen dann, war alles zugeschneit. Die Sonne ging auf, und tauchte die weißen Bergspitzen in ein glühendes orangerot, fast so wie das Feuer im Kamin. 

Hasi und Charli hatten sich verquatscht, und waren Arm in Arm eingeschlafen, als es bereits hell wurde.

 

Malerei usw. Margit Hübner 🙂

 

Kapitel 26

 

 "Frühstück" rief Paul mit einem leichten Akzent von "Hey men was geht ab" und französiiischer Untermalung, die klang als würde er jedes Wort extra lang ziehen. Es klang fröhlich, lebensbejahend, und ja irgendwie musste man ihn lieb haben. Ich weiß nicht ob es mir nur als Hase so erging, dachte Hasi, aber wahrscheinlich ist sympatisch das richtige Wort dafür. Paul war Künstler für Malerei, Grafik, Design, und Lebenskünstler. Er hatte dieses Gut geerbt, Chalet sagte man in der Schweiz wohl dazu. Es war etwas herunter gekommen, aber nach und nach erfüllte sich Paul den Traum es nach seinen Vorstellungen herzurichten. Die sanitären Räume waren purer Luxus,  es war ein Badepalast, den er zuerst geplant und gebaut hatte. Hasi hatte von dieser auf historisch getrimmten Badewanne, also so geformt wie 50iger Jahre Metallwannen, aber aus weißem Porzellan, beim letzten hinauf gesehen,  und dort in der Decke ein Fenster entdeckt, das Paul gestaltet hatte. Es wirkte sakral wie ein Kirchenfenster, welches durch die  Sonnenstrahlen des kühlen Morgen erleuchtete. Aber es waren Lampen unterm Dach versteckt dahinter, die durch Sonnenkollektoren betrieben wurden.

Umweltschutz, Tierschutz, Klimaschutz, usw. waren ihm sehr wichtig. Aus diesem Grunde war er Vegetarier geworden. Seine Zukunftsvision war ganz einfach eigentlich,  eine Welt für alle...

Malerei Margit Hübner "Paul" 😉😎😊

Hasi Twister's Reise 

Kapitel 27


Hasi zog es vor noch vor dem Frühstück baden. Der Weg zum Badehaus war vollkommen zugeschneit, und Hasi bohrte sich wie ein Pflug durch den hohen Schnee um zum Badehaus zu gelangen. So wurde er zu einem Schneehasen,  vollkommen weiß, und eher wie ein Hasengespenst erreichte er die aus dem in der Ostschweiz viel geliebten Arvenholz Haustür, sah sie nicht und rannte davor. Sie öffnete sich von selbst. Hasi rutschte auf den gemusterten kleinen Fliesen durch bis zur Wand, an der sich eine Luke befand, die für die Belüftung sorgte, und geöffnet war. Die Löffel flogen und er versuchte mit seinen Läufen zu bremsen, sodass er wie ein sich schüttelnder nasser Hund ganz vom Boden abhob und kurz flog. An der Tür stand plötzlich ein junger Hirsch im Winterfell, und beobachtete ihn. Den sah er noch als er sich in die Richtung drehte, und dann durch die Lüftungsluke verschwand. Er dachte, der Schnee würde ihn bremsen, aber dort hinten war alles vereist, er hatte keine Chance sich irgendwo festzuhalten oder zu stoppen, und stürzte ab. 

Charli und Paul witzelten miteinander und sie half Paul beim säubern der Küche. Eine alte Aufnahme von Bob Marley lief. Don't worry be happy... 

Hasi Twister's Reise 

Kapitel 28

 

Charli und Paul tanzten rhythmisch zu Bob Marley's Reaggi und lachten. Dann sagte Charli: "Ich schau mal nach wo Hasi bleibt, er wollte doch bald wieder zurück sein." Paul nickte, immer noch im Reaggirausch. Sie lief zum Badehaus. Aber er war nicht da. Dann ist er sicher auf seinem Zimmer, dachte sie. Dann sah auch sie den jungen Hirsch, der allerdings schon fast majestätisch in den verschneiten Wald trabte, mit einem prächtigen Geweih. 

"Ich kann Hasi nirgends finden," sagte Charli besorgt zu Paul. " Der wird schon wieder auftauchen, ich geh mich umkleiden und dann ins Atelier. "

Charli schlenderte inzwischen durch große Räume über einen langen schmalen Flur, an deren beiden Wänden alte Gemälde hingen. Portraits und Landschaften. Dazwischen hing eines das so gar nicht dazu passte. Es war eine halbnackte Frau mit Haaren, die aussahen wie Schaum, die Brüste waren umrangt von stilisierten Ranken und Wassertropfen, in denen sich die Farben ihrer Haut und der Ranken spiegelten. Paul hatte seine Malerkluft an, wie er es nannte, und ging in sein Atelier um zu arbeiten. "Das Bild ist von mir, die anderen gehören zur Ahnengalerie der Bewohner dieses Anwesens aus den verschiedenen Jahrhunderten. 

"Und sie , wer ist sie," fragte Charli neugierig,  aber Paul antwortete nicht. 

Hasi Twister's Reise 

Kapitel 29


Hasi rutschte, überschlug sich, schlug irgendwo mit dem Popo auf, flog mit Schwung über eine kleine Schanze und landete nach einem kurzen Flug durch die Luft auf einer superglatten Eisbahn, nachdem er fast von dem dicken Ast eines Baumes aufgehalten worden wäre. Und wurde am Ende der Bahn gestoppt von einem dicken großen Busch. Das war nicht ganz so schmerzhaft. Oh man, er wusste nicht ob das gerade Spaß gemacht hatte oder nicht, so durcheinander war er, dass er sich fragte, ob er das freiwillig noch mal machen würde. Erst jetzt spürte er seinen Popo, der ein wenig schmerzte. Er schaute sich um. Das war eine angelegte Schanze, die sogar auch noch genutzt werden müsste, sie war ja vorbereitet. Wie kam er denn jetzt wieder zurück? Noch während er sich das fragte,  sah er den jungen Hirsch majestätisch auf sich zuschreiten. War das jetzt gut oder nicht?


Hasi Twister's Reise 

Kapitel 30


Währenddessen waren auch Gunnar und der Doc zum Frühstück wieder zurück. Chris ging es den Umständen entsprechend gut, seine Anfälle wurden immer seltener, aber es kam immer mal wieder vor. In diesem Moment, als er den vergifteten Wein trinken wollte, hat es ihn das Leben gerettet. Einen Tag noch sollte er wohl im Krankenhaus bleiben, und wenn der Konvoi starten sollte, war er wohl wieder entlassen. Noch vermisste nur Charli ihren Hasi. Die Gorillafamilie fühlte sich noch wohl,  hatte alles was sie brauchte.

Noch machte sich keiner Sorgen um Hasi, ausser Charli. Gunnar wollte erst kurz duschen,  bevor er zuerst mal schlafen ginge. Als er das Badehaus betrat bemerkte er die offene Luke, die für zu sehr kalte Luft sorgte. Er schloss sie. Plötzlich bemerkte er, dass sich direkt hinter dem Badehaus eine Schanze befand. Er öffnete die Lüftungsluke erneut, steckte den Kopf hinaus,  und sah rechts von ihm den jungen Hirsch im Winterfell. Ein tolles Tier, dachte Gunnar, und ihm fiel Hasi wieder ein. Wo mag der wohl sein. Er würde erst mal schlafen gehen nach dem duschen. Es war eine lange Nacht. 

Hasi überlegte in der Zwischenzeit, wie er den Weg zurück zum Chalet fand. Von oben vom Baum, unter den er gelandet war, schoss plötzlich eine große Schneelawine die für die Äste des Baumes eine viel zu schwere Last war,  und begrub Hasi mit den knarrenden, brechenden Ästen unter sich.

Hasi Twister's Reise 

Kapitel 31


Dem Hirsch folgte eine weiß gekleidete Person. Sie trug einen weißen Schneeanzug, und blickte nun auf zwei Ohren, die aus dem Schneehügel ein winziges Stück heraus ragten, und eine Hasenpfote. Der Hirsch und die weiße Gestalt gruben Hasi aus dem Schnee. Er atmete nicht mehr, die Gestalt nahm ihn schnell an seine Brust in den weißen warmen Schneeanzug. Sie beeilten sich, und schließlich erreichten sie ein kleines Haus mitten im Wald. Im Kamin loderte das wärmende Feuer, und die Frau aus dem Schneeanzug bemühte sich, Hasi zu erwärmen. Das Herz schlug nicht mehr. Aber sie gab nicht auf, und massierte sein Herz und seinen Körper, der jetzt warm und durchblutet wieder zu leben begann. Sein Herz schlug wieder. Die Frau atmete durch, wunderbar, dachte sie. So ein hübsches Tier. 

Der Hirsch hatte sie an diesen Unglücksort geführt, und fraß nun draussen frisches Heu aus dem Wildtiertrog. 

So langsam machten sich doch alle Sorgen, sie konnten sich nicht erklären wo Hasi geblieben sein könnte. Gunnar versuchte Charli zu trösten: " Es ist bestimmt alles in Ordnung, " doch er wollte auch sich damit trösten. Der Doc sagte: " Wir müssen etwas unternehmen, er kann ja nicht vom Erdboden verschluckt sein."

Ratlos saßen sie schweigend beisammen.

Hasi Twister's Reise 

Kapitel 32

 

Hasi schlief und träumte, er sei in den Wolken den Sternen ganz nah, und nähme ein Schaumbad. Der Mond leuchtete ihm, und begann zu flackern. Das Feuer loderte im Kamin. Er fühlte eine liebevolle Wärme. "Oh, du hast es geschafft, " hörte er eine fröhlich jauchzende Frauenstimme. Hasi öffnete die Augen. Wo war er denn jetzt schon wieder. Nur langsam kam seine Erinnerung zurück. "Bin ich im Himmel?" fragte er bei dem Anblick der weiß gekleideten Frau mit den langen seidig schimmernden, grauen, welligen Haaren. "Nein, nein," lachte sie. Ihr Lachen war hell wie ein fröhlicher Sommertag. "Bist du eine Hexe, wenn du kein Engel bist?" fragte Hasi, sie lachte wieder. Sie gab ihm eine Tasse heißen Tee,  der nach Anis duftete. "Trink, der gibt dir wieder Kraft,  du kannst mir vertrauen. " Und das tat Hasi dann auch. Er fühlte, wie seine Lebensgeister zurück kehrten. "Wo bin ich denn schon wieder gelandet," fragte er. "Im Paradies," antwortete sie...

Hasi stutzte.

Hasi Twister's Reise 

Kapitel 33


Die Sonne schien über schneebedeckte Berge und tauchte die Bergspitzen in ein orangerot gelbes Licht. Die Sonne ging auf. Die Nacht war klar und klirrend kalt gewesen. Leo, der Doc, kam zum frühstücken in den Salon,  an dem am ersten Abend das Banket stattgefunden hatte. Bedienen musste sich jeder selbst in der Küche.  Die beiden Butler waren nur für diesen einen Abend von der Organisation "Rettet die Welt, dann werdet ihr sehen was sie wirklich wert ist" beauftragt worden. Charli kauerte wie ein Häufchen Elend in einem der bunten Sessel. Leo berichtete, dass er gerade die Nachricht bekommen hatte, dass der Konvoi am Nachmittag von der Polizei organisiert sei. Gunnar schaute auf, Charli rief: "Ich fahre nicht ohne Hasi". Gunnar ergänzte brummig: "Und ich nicht ohne Charli".

"Was ist los?" fragte Leo verdutzt. "Hasi ist verschwunden," schluchzte Charli, "wir haben überall nach ihm gesucht, aber er bleibt verschwunden."

Leo überlegte eine Weile und fragte dann: "Wann habt ihr ihn das letzte mal gesehen, und was hat er da gemacht, oder machen wollen?" 

Charli blickte hoffnungsvoll auf: "gestern morgen wollte er vor dem Frühstück ins Badhaus, danach war er verschwunden," flüsterte Charli leidend. "Ich war später im Badehaus, dort war die Lüftungsluke geöffnet, und als ich sie schließen wollte, stand auf der anderen Seite ein junger Hirsch im Winterfell, und beobachtete mich, " erzählte Gunnar nachdenklich. "Aber ist Hasi denn überhaupt im Badehaus angekommen? Der Weg dorthin ist aussen vom Haupthaus aus. Mmmhhhh," grübelte Leo. "Die Lüftungsklappe, die war auf, und was ist das für eine Schanze dahinter ?" überlegte Gunnar laut.

Paul wirkte leicht verstört, und schien ins Leere zu schauen. Dann murmelte Paul: "Die Schanze zum Paradies..."

Hasi Twister's Reise 

Kapitel 34

Erzählung eines neugierigen Hasen


Auch die Gorilla wollten nicht einfach weg, ohne zu wissen was mit Hasi passiert war. Die Abfahrt in Begleitung des Konvoi stand auf dem Spiel. Sie mussten Hasi finden. 

Während diskutiert wurde, stand Paul im Atelier und dachte an das Paradies. Und an sie. Sie, das war die Frau mit den Schaumhaaren auf dem Bild, welches er von ihr gemalt hatte. Erinnerungen kamen zurück, die er längst verdrängt hatte. Er musste Hasi helfen.

Er zog seinen Malerkittel an und malte. Im Salon wurden Pläne geschmiedet, wie man Hasi finden konnte. Gunnar schlug vor, den Hirsch zu suchen, oder selbst die Schanze herunter zu  rutschen.

Und Paul malte.

So vergingen 2 Stunden. Die Zeit bis zum Eintreffen der Polizei wurde knapp.

Hasi hatte inzwischen auch gefrühstückt, es gab Möhren. 

Er beobachtete die weisse Frau. Sie umgab eine ganz besondere Aura, ihre Bewegungen waren geschmeidig und zielstrebig. So als wüsste sie immer was zu tun sei. "Wenn du hinaus willst, bist du frei," sagte sie. Aber er war sich gar nicht sicher, ob er jemals wieder hier weg wollte. 


Hasi Twister's Reise 

Kapitel 35


"Die Tür zum Paradies erschließt sich nur dem, der sie auch wahrnimmt. Frieden, Gerechtigkeit,  Lebenslust, und Lebensfreude sind Grundbedingungen, weil diese erst der Schlüssel dazu sind. Die rosarote Brille? Nein,  es ist nicht nur das beobachten, das entscheidende ist, das aktive teilnehmen. Der Aufbau und die Erhaltung," hatte sie gesagt. Paul malte. "Den direkten Weg gibt es nur über diese Schanze. Schanze, Chance. Die Chance gibt es  nur einmal. Viele Wege führen in anderer Art dorthin, aber das dauert viel zu lange. Eventuell wird ein ganzes Leben nicht ausreichen," hatte sie gesagt, die weiße Frau. Dann war das Bild fertig. Es war das Tor zum Paradies,  so sah es aus, und sie mussten es nur finden. Wenn Gunnar den Hirsch gesehen hat, dann hat Hasi das Tor zum Paradies durchbrochen. Wie? Das reine Herz von Hasi war der Grund. 

Paul stellte das Bild in Sichtweite, während die anderen noch darüber diskutierten, was zu tun sei. Er präsentierte ein weißes großes Bild. Es war plötzlich still. "Das Tor zum Paradies, " sagte Paul. Leo, Gunnar, Charli und die Gorilla starrten die Leinwand an. "Bild???", fragte Leo als erster.

Je mehr sie auf das Bild starrten, erkannten sie die Umrisse eines Tores. 

"Einer von uns muss die Schanze hinab, um den Bann zu durchbrechen," sagte Paul leise, aber bedeutungsvoll. 

Hasi Twister's Reise 

Kapitel 36


Die Zeit drängte. Das Angebot der Polizei einen Konvoi zum Schutz der Gorilla nach Zürich zu bringen galt nur für das eine Mal. Aber Hasi's Verschwinden musste erst aufgeklärt sein, da waren sie sich einig. Paul erklärte sich bereit,  die Schanze zu nehmen. Was niemand wusste, war, dass es für Paul das zweite Mal war. Obwohl er nie wieder gehen wollte. Aber es war wichtig, jetzt keinen Fehler zu machen. Er musste bis unten durchrutschen.

Paul kleidete sich an mit einem enganliegenden bunten Anzug,  so wie man sie von Wintersportlern kennt. Allerdings das Design a la Paul. Er hatte sich mit seiner speziellen Meditation auf seine Mission vorbereitet. Er startete, aber nur mit Einsatz seines Körpers ohne Hilfsmittel wie Ski oder Schlitten. Und er musste die Piroetten drehen, drei Stück, und sich dann elegant durch die Klappe stürzen, um sich einfach fallen zu lassen. Er stürtzte ab.

Alle waren nervös. Würde er es schaffen durch all seine Liebe und Willenskraft durch das Tor ins Paradies zu gelangen...

Hasi Twister's Reise 

Kapitel 37


Paul war recht gut durchtrainiert und trotz seines Alters reaktionsschnell. Wie ein Pfeil schoss er die Schanze herab,  bis er die Luftmauer durchbrochen und in einem Schneeberg stecken blieb. Beim Aufprall hatte ihn etwas gepiekst, ein abgebrochener Ast. Soweit war er nun schon mal. Dann sah er etwas weiter von ihm geradeaus den jungen Hirsch im Winterfell. Nun wusste er, er müsste nur etwas warten. Er sah sie bereits von weitem, durch die Zwischenräume der Bäume.  Die weisse Frau. Sein Herz schlug heftig. Das hätte er nicht erwartet. Sie kam näher, strich ihre Kapuze nach hinten über ihr langes, glänzedes, welliges, graublondes Haar, und sah ihn mit ihren Bergseegrünblauen Augen an. Sie wirkte unnahbar, doch das änderte sich als sie fast seufzend sagte:  "Paul". Nun standen sie sich gegenüber,  von Angesicht zu Angesicht. Ihrer beider Herzen klopften, laut, bis in die Ohren hämmerte das pulsieren des Blutes. Alles schien sich zu drehen. "Ich bin im Auftrag der Liebe hier, " Paul musste nicht sprechen, ihre Gedanken wurden von dem anderen verstanden. Eine wortlose Unterhaltung begann. Sie lächelten sich nun zu. 

Als Paul Hasi sah, dachte er, Hasi ist ja schon bald weiß. Er will hier bleiben, aber das geht nicht. Ich muss ihn wieder mit zurück bringen.

Nun gestaltete sich seine Mission als schwieriger als er gedacht hatte.

Hasi Twister's Reise 

Kapitel 38

 

Hasi würde bald sterben, wenn er im Paradies blieb. Lebewesen waren nicht dafür geschaffen,  dafür trugen sie ein zu hohes Potenzial an Aggression in sich. Sie brauchen die Waage zwischen den Gegensätzen, um sich in der Evolution durchzusetzen. Deshalb musste es Paul gelingen, ihn davon zu überzeugen, wieder in die Welt zurückzukehren. Hasi ist frei, sprach sie lautlos in seine Gedanken, frei zu entscheiden. Aber war Hasi auch in der Lage sich frei zu entscheiden? Paul bemerkte, dass Hasi seine Erinnerungen vergaß. Hasi würde bald nicht mehr da sein, körperlich und geistig. Er würde einfach verschwinden. Das dürfte Paul nicht zulassen. Hasi war aber nicht greifbar. Paul musste ihm einen Grund geben, den Willen zu haben, zurückzukehren. Verzweifelt rief Paul: "Charli wird nicht begeistert sein." "Charli?" rief Hasi plötzlich. Paul schaute erstaunt auf, ich Depp, dachte er, und griff sich Hasi, der sich erinnerte. Dann ging alles ganz schnell. 

Etwa zur gleichen Zeit trafen im Chalet die Polizisten ein, die sich für den Konvoi zum Schutz der Gorilla stark gemacht hatten. 

 

Malerei Grafik Illustration Text Margit Hübner

Hasi Twister's Reise 

Kapitel 39


Paul drückte Hasi fest an sich, und ging erst Schritt für Schritt immer schneller werdend auf die Schanze zu, und rannte hinauf, so schnell er konnte. Er nutzte den Aufwind, den er bekam als er die Luftschranke durchbrach. Bevor sie die Luftschranke durchbrachen, sprachen ihre Gedanken miteinander. Willst du wirklich mitkommen? Charli wartet auf dich, dachte Paul aufgeregt, hoffentlich kam seine Frage nicht zu spät. Er brauchte die Zusage von Hasi, damit dieser auch bei Sinnen blieb,  bevor sie die Luftschranke durchbrachen. Und gerade eine Sekunde davor, hörte Paul ein fröhliches Jaaa... Hasi hatte es geschafft. Das Leben hatte beide wieder. 

Aufgeregt und voller Freude wurden beide von den anderen empfangen. Sie umarmten sich, und knuddelten sich, es war eine reine Freude. Paul und Gunnar,  Leo mit Paul, die Gorilla mit Hasi, Gunnar und Leo, Leo und die Gorilla,  Charli und Paul, Leo mit Charli, Gunnar mit Hasi... und, ach, Charli und Hasi. 

Auch die Polizisten, die sich für den Konvoi stark gemacht hatten, freuten sich mit ihnen.  Sie konnten nun endlich mit dem Transport der Gorilla nach Zürich loslegen. 

Hasi Twister's Reise 

Kapitel 40


So war es nun, dass alle doch etwas aufgeregt waren. Und eigentlich hatten sich alle Beteiligten auf einen schönen entspannten Abschlussabend gefreut. 

Über Funk kam plötzlich eine Nachricht. Mit ernstem Gesicht steckte der Polizist sein Funkgerät in seine Jackentasche, und sagte er habe eine Mitteilung zu machen. Plötzlich waren alle still. Erwartungsvoll und mit ernsten Gesichtern schauten sie den Beamten an. Der strahlte plötzlich über beide Ohren während er sagte: "Wir fahren erst morgen". Die Nachricht verursachte eine äußerst fröhliche Stimmung,  das war ein Grund mehr zum feiern. Es war eine ausgelassene Stimmung,  jeder half den großen Tisch zu decken. In der Küche herrschte Hochbetrieb, Lachen, Teller klappern, und Stimmen, die darum feilschten, wer welchen Salat bevorzugte und welcher Nachtisch zum Schluss gereicht werden sollte. 

Viele Köche verderben den Brei, sagt man in Deutschland. Aber in diesem Fall entstand aus Kreativität, internationalen Gerichten,  und viel Spaß ein unvergessliches Menü. Einer der Polizisten stammte aus Kroatien,  ein anderer aus dem Südtirol. So wurde ein wunderbares, vielfältiges und schmackhaftes Mahl geschaffen aus einer Auswahl aus schwedischen, deutschen, schweizer, kroatischen, italienischen, und aus französisch, ghananesischen Indegrenzien, und alles mit Liebe und Völkerverständigung gewürzt. 


Hasi Twister's Reise 

Kapitel 41


Es wurde ein rauschendes Fest. Auch Chris war aus dem Krankenhaus zurück, und ihm wurde über das Verschwinden und das dazugehörige Abenteuer ausführlich berichtet und noch spannender ausgemalt, alles im Laufe des Abends beim besten Essen,  es wurden sogar Rezepte ausgetauscht.

Nun war es Zeit zu gehen, und Paul mit all den schönen, spannenden, aber auch gefährlichen Abenteuern zurückzulassen. 

Hasi ging noch mal durchs Haus. Er spazierte ganz entspannt durch den langen Flur mit der legendären Ahnengalerie, und plötzlich kollidierten seine Augen förmlich mit diesem Bild der Frau, an die er sich erinnerte, aber nicht mehr wußte, woher. 

Zum Badehaus war jetzt der Weg von Schnee und Eis befreit, und er konnte die herrliche Luft der Schweizer Berge genießen. Es war ein wunderbarer Blick über das Gebirge, dessen Blick in die Täler heute durch eine weiße Wolkendecke verhindert wurde, aber auch ein ganz besonderes Bild abgab. Und das erste Mal auf seiner Reise fotografierte er, sinnlos, rücksichtslos, hemmungslos, was ihm vor die Linse kam. Es war alles gewaltig, gewaltig anders als im Sauerland oder im benachbarten Ruhrgebiet, im Pott, wie man legendär sagte. 

Aber er schoss später auch Erinnerungsfotos der Menschen und Tiere, die er auf seiner Reise hatte kennenlernen dürfen. 


Fortsetzung folgt...

Hasi Twister's Reise 

Kapitel 42


Hasi ging das Bild, welches Paul vor langer Zeit gemalt hatte nicht mehr aus dem Sinn.  Diese Augen dieser jungen Frau mit den Haaren aus Schaum,  diese Augen kamen ihm bekannt vor, und er dachte nur, sie könne er sich auch ganz in weiß vorstellen. Also als alte Frau noch schön. Hasi konnte sich aber auch Charli ganz in weiß vorstellen, also im Brautkleid. Er wischte mit der Pfote die Gedanken fort. Noch wollte er frei sein. Aber der Gedanke erfreute ihn schon.

Paul hatte seine Erinnerung wieder, und die würde er nicht mehr vergessen.  Das hieß für ihn aber auch an diesen Ort gebunden zu sein,  und trotzdem wollte er diese Erinnerung nicht mehr verlieren. Es war ein wunderbares Gefühl gewesen, sie wieder zu sehen, und zu fühlen. An diesem Ort bleiben zu müssen, war kein Problem für ihn. Die Sammler seiner Kunst fanden den Weg zu ihm, in sein Haus, seinem Chalet, wie es kein zweites gab. Ausserdem hatte er noch einige Räume zu renovieren und restaurieren. Und seine Arbeit als Botschafter und Vermittler der Organisation "Rettet die Welt, dann werdet ihr sehen was sie wirklich wert ist" gab ihm Hoffnung auf eine bessere Welt. Es war von besonderem Wert Gleichgesinnte zu finden, und es wurden immer mehr. 


Hasi Twister's Reise 

Kapitel 43


Hasi hatte sich von innen her verändert. Er war nicht mehr das kleine sich nicht wirklich entscheiden könnende Hasilein, seine Entscheidung auf Wanderschaft zu gehen war der erste Schritt. Er erlebte eine Gemeinschaft mit einem besonderen Anliegen, das der Menschlichkeit diente, dem Gefühl von innerer Stärke in der Gemeinschaft Gutes zu bewirken, und sich miteinander auszutauschen, und noch dazu seine eigene Individualität zu stärken. 

Der Konvoi startete nun Richtung Zürich  Flughafen Kloten. Hasi wurde bewusst bei welchem tollen und wichtigen Ereignis er dabei war.

Während es sich richtig gut anfühlte, sah er plötzlich einen Polizisten auf einem Krad, also Motorrad an ihnen vorbei rasen, setzte sich an die Spitze des Konvois, und führte ihn weg von der Autobahn zu einem abgelegenen Bauernhof. Ein überraschender Angriff. Hinter ihnen kamen noch ein paar Motorräder mehr.


Fortsetzung folgt...

Hasi Twister's Reise 

Kapitel 44


Was war denn nun wieder passiert, grübelte Hasi. Kidnapping oder Bombendrohung am Flughafen? Der Konvoi fuhr in Begleitung des Polizeiaufgebotes ab, und auf eine Landstraße, die zu einem breiten Kiesweg durch ein Waldstück führte. Naturschutzgebiet  stand auf einem Schild, als sie aus dem Wäldchen hinaus fuhren. Es musste wohl sehr imposant aussehen, wie der Bus mit seiner wertvollen Fracht von 20 Polizisten auf Motorrädern begleitet wurde, noch imposanter aber wirkte das Filmteam, von dem sie offensichtlich erwartet wurden. Mehrere Kameras waren bereits aufgestellt, ein paar  Leute liefen hin und her, mit Kopfhörern um die Ohren und Mappen in der Hand. Eine Frau war gerade dabei einen Mann zu schminken,  der, wie es sich später herausstellte, der Moderator war. So sollte ein kurzer Dokumentarfilm über die Reise der Gorillafamilie gedreht werden.  "Von Zürich bis nach Afrika". Vorher hätten sie dabei sein müssen, dachte Hasi, das war spannend. Die Gorilla trugen für die Reise,  weil sie mit den Menschen zusammen im Bus auf "normalen" Sitzplätzen saßen, Pampers. Für die Reise ideal,  aber ansonsten war es den Gorillas peinlich. So zogen sie sie eilig aus. Nur Luke, das Baby, sollte es weiter tragen. Aber der Regisseur wollte es authentisch, also möglichst natürlich. Die Umgebung war weiß,  schneeweiß,  wäre eventuell noch nicht mal aufgefallen. Na ja, Spaß beiseite, dachte Hasi. 

Es wurde gedreht. Als der Dreh zu Ende war für diesen Teil,  giftete der Aufnahmeleiter: "Endlich sind diese Drecksviecher jetzt im Kasten..." , als er sich umdrehte, um zu gehen, sprangen ihm ein Dutzend Hasen entgegen, und legten ihn flach. Er schrie: "Weg von mir, Autsch au..." . Er wimmerte, weil die Hasen ihn mit ihren kleinen spitzen Zähnen bissen, und überhaupt konnte er keine Tiere leiden, schon gar nicht berühren.  So lag er am Boden,  und der Regisseur beugte sich zu ihm herunter und sagte: "Du bist gefeuert "...


Fortsetzung folgt...

Hasi Twister's Reise 

Kapitel 45


Wo um Hergottsnamen kamen jetzt die Hasen her? Sie hatten sich an der Hütte schon in den Bus geschlichen. Es waren die Hasen, die das Katapult bedienen sollten, aber wie ihr ja wisst hatte Hasi ihnen diese Arbeit unfreiwillig abgenommen. Ausserdem gehörten sie zur Organisation "Rettet die Welt ..." dazu. Und sie wollten sicher gehen, dass die Gorilla auch wirklich in den Flieger nach Afrika kamen. Beleidigungen aller Art an Tier und Mensch wollten sie nicht dulden. Bei ihnen geht es dann eben sehr animalisch zu, ohne große Worte, eher mit Taten. Hasi war jedenfalls froh sie wiederzusehen. Charli grinste nur. Aha, sie hatte es gewusst,  stellte Hasi lächelnt fest.

Der gefeuerte Aufnahmeleiter rief ihnen beim weg gehen zu, "verdammtes Pack, fast wäre es uns gelungen, die Gorilla unserem Auftraggeber zurückzubringen , wenn die anderen Versager nicht so blöd gewesen wären." Wie blöd war er denn, die Polizei nahm ihn fest,  das war der nächste Gauner, der jetzt nicht mehr gefährlich werden konnte.

Auch die Gorilla hatten natürlich gewusst, dass die Hasen mit gereist waren. Nur Hasi und die Menschen nicht. "Gut, vielleicht Paul,  würde zu ihm passen", schmunzelte Hasi bei sich. "Hätte nur noch die "Invasion der scharfen Wespen" gefehlt,  aber für die ist es jetzt viel zu kalt", sinnierte Hasi. Den Gorilla war es auch zu kalt, sie verkrochen sich mit den Hasen  wieder in den Bus. 

Der Flieger wartete.  Es war nicht irgendein Flieger, sondern der Privatjet eines weltweit  prominenten Musikers,  der aber Incognito bleiben wollte. Er flog mit, weil er es liebte Tiere um sich zu haben ...


Fortsetzung folgt...

Hasi Twister's Reise

Kapitel 46


Noch waren sie nicht im Flieger. Bisher gab es immer irgendwelche Verwirrungen. Eigentlich wollten alle irgendwie beieinander bleiben, nur so klare Köpfe wie Leo der Doc oder Gunnar, die ja immer genau wussten was zu tun ist, nicht. So dachten die anderen jedenfalls. Die Hasen, die sich jetzt nicht mehr verstecken mussten, belagerten die Gorillafamilie. Die Doku, die aus mehreren Teilen bestehen sollte, da die Gorilla ab jetzt vom Filmteam begleitet werden sollten, wurde noch am selben Tag am Abend in den Medien angekündigt. So wurden viele Menschen, auch die sich auf dem Flughafengelände befanden, aufmerksam. "Gar nicht gut", murmelte Leo der Doc. Gunnar nickte. Sie hatten wieder mal die Augen wachsam überall. Der Junge Per bewegte sich nur in der Nähe der Gorilla. Klar, sie mussten ein Gate nehmen, das sie abschirmte,  da sie ja mit einem Privatjet flogen, der weiter abseits startete. 

So hatten sie wenigstens einen besseren Überblick. Der Jet rollte vom Hanger auf das Startfeld.


Fortsetzung folgt...

Hasi Twister's Reise 

Kapitel 47


Ein merkwürdig gekleideter nicht besonders großer Mann betrat das Gate, in dem sich die Gorilla mit ihren freiwilligen Gesandten der Organisation "Rettet die Welt, dann wird sie euch zeigen was sie wert ist" befanden und auf den Abflug warteten. Er trug eine Sonnenbrille und ein Tuch vor dem Mund, auf dem Kopf einen schwarzen Hut, eine schwarze Lederjacke besetzt  mit silbern blitzenden Nieten, und alles andere war auch schwarz.  Zwei  breitschultrige Muskelmänner in schwarzen Anzügen, die viel größer waren als er, so groß wie Gunnar, folgten ihm dicht auf den Fersen. Plötzlich und unerwartet richtete Bob der Gorilla seinen Körper auf, ballte seine Hände zu Fäusten, und schlug sich auf die Brust,  den Kopf hoch und weit in den Nacken geworfen, die Zähne gefletscht wie ein Hund und brüllte,  dann machte er einen gewaltigen Sprung nach vorn, griff nach dem Maskierten und schüttelte ihn hin und her. Hasi und die anderen standen überrascht und sprachlos da, bis sie nach den ersten Schrecksekunden zu handeln in der Lage waren. 


Fortsetzung folgt...

Hasi Twister's Reise 

Kapitel 48


Der Gorilla hob ihn hoch und warf ihn gegen die beiden anderen Männer,  die gar nicht so schnell reagieren konnten. Hasi war entsetzt und dachte, Bob muss sich beruhigen, wie machen wir das bloß, und wer war dieser Mann,  so viele Fragen jagten hintereinander durch Hasi's Gedanken. Plötzlich fiel Bob der Gorilla einfach um. Was war passiert,  war er tot. Das könnte und durfte doch alles gar nicht wahr sein. Die Hasen liefen verzweifelt  zu ihm und schnüffelten, und versuchten ihn zu wecken. Charli rief mit kreischender Stimme: "Nein" und begann zu weinen und lief zu ihm, um ihn wachzurütteln. Dann sah Hasi wie Leo der Doc eine Pistole in der Hand hielt. 

Hasi schaute ihn mit großen Augen überrascht an. Was war passiert?

Polizisten hatten sich um die Männer gekümmert und sie abgeführt. Dann war es still. Alle Augen waren auf den Doc gerichtet. In diese lähmende Stille hinein, atmete ein riesiger liegender Gorilla, und schlief. "Betäubung für den Notfall " sagte Leo der Doc, "Ich bin Profi, und ich weiß was passieren kann, wenn Gorilla sich ungerecht behandelt fühlen,  besonders Bob, wenn er seine Familie und Freunde beschützen will. Bob hat seinen Widersacher wohl hinter der Maske schnell erkannt, oder vielleicht sieht der Kerl immer so aus. Und er war nicht gerade Bob's Freund. "

Der Maskierte mit seinen Bodyguards war der Prominente, dem der Jet gehörte. Er hatte sich nur angeboten, um die Gorilla wieder zurück zu bekommen, nachdem seine Hyänen es nicht geschafft hatten. Er war der Auftraggeber,  der mit den Gorilla böse Spielchen treiben wollte. Marly die Gorillafrau schaukelte sanft ihr Baby Luke in ihren Armen. Es war wieder mal geschafft, und alle zufrieden.  Aber jetzt gab es kein Flugzeug nach Afrika. Was nun?


Fortsetzung folgt...

Hasi Twister's Reise 

Kapitel 49


Der Flug wurde gecancelt. Es gab keinen Piloten, und auch konnten sie den Privatjet nicht mit einem anderen Piloten nutzen. Der geheime Promi, und seine Schergen waren in Sicherheitsverwahrung und wurden dem Haftrichter vorgeführt.  "Also, alle gemeinsam wieder auf zum Bus. Bob wird noch etwas schlafen", seufze Leo der Doc,  und tatsächlich, er schlief sehr fest. Es würde noch Stunden dauern bis er wieder aufgewacht und in der Lage war, aufzustehen und zu laufen. "Aber ich wollte doch nur verhindern, dass noch schlimmeres passiert, und die Behörden dann vielleicht auf die Idee kommen, ihn zu erschießen. Hasi und die anderen zuckten zusammen,  erschießen,  dachte Hasi, oh nein.

Das durfte nicht sein. Gunnar hatte die Organisation kontaktiert. Sie würden sich um einen neuen Flieger kümmern. Aber solange mussten sie noch zusammen bleiben. Es fiel auf, dass Leo und Gunnar besonders gute Laune hatten, obwohl ja die Termine jetzt durcheinander kamen. Gunnar sagte freudig: "lch kann  meine Geschäfte zumindest für ein paar Tage über den Laptop abwickeln" und Leo war ja sowieso mit dem Auftrag, die Gorilla sicher nach Afrika zu bringen, betraut. Alles andere würde sich finden. Zum ersten Mal hatte Hasi Zeit sich Per genauer anzusehen. Er war Däne, und Mongoloid. Die Gespräche mit ihm und dem Doc verliefen äußerst interessant. Er war als Volontär für eine kleine Zeitung unterwegs, und wollte alles über die Gorillafamilie wissen.

Also lag Bob noch am Boden im Gate des Flughafens, und man überlegte,  wie man das schlafende schwere Tier transportierte. Leo beschloss: "Ich werde mich jetzt um eine Unterkunft für die Nacht kümmern, solange bleibt ihr doch in diesem Gate. Dann wird wohl auch Bob wieder wach sein,  hoffe ich," sagte Leo etwas zerknirscht.  Charli gab ihm ein Küsschen, und Leo lächelte. 


Fortsetzung folgt....

Hasi Twister's Reise 

Kapitel 50


Es war ein Bild für die Götter. Menschen hatten sich vor den geschlossenen Glastüren am Gate versammelt und besonders Kinder drückten ihre Gesichter an die Scheiben,  um diesem Schauspiel beizuwohnen.  Bob, der Gorilla schlief auf dem Boden,  bedeckt mit einem Dutzend Hasen. An seinem Kopf saß Marly seine Gorillafrau mit dem niedlichen Gorillababy Luke im Arm, der die ganze Aufmerksamkeit auf sich zog. Bob grunzte, schmatzte, schnarchte, und zuckte schon mal heftig in seinem tiefen unfreiwilligen Betäubungsschlaf. Gunnar saß gedankenversunken am Laptop. Hasi verlor sich in Gedanken. Er dachte an die Zeit zurück, seit er aus dem Sauerland gestartet war, um auf seine ruhige Reise in die Schweiz zu ziehen. Diese wurde durch und durch abenteurlicher. Er wollte die Zeit nicht missen. Bald kam auch Leo freudestrahlend zurück mit einer frohen Botschaft.  "Leute", rief er, als er sich einen Weg durch die Menschen gebahnt hatte. "Pauls Cousin lädt uns zu sich ein. Ihr werdet es dort lieben," erläuterte er zwinkernd mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

Endlich erwachte auch Bob,  und fühlte seinen Kopf,  verwirrt schaute er in die Runde, und grinste sein schönstes Gorillagrinsen...


Fortsetzung folgt...

Hasi Twister's Reise 

Kapitel 51


Der helle Wahnsinn,  dachte Hasi,  und Charli strahlte vor Glück. Es hatte stark geschneit,  der Schnee verwandelte die Welt in eine Märchenlandschaft. Sie fuhren mit dem Bus eine Baumbewachsene Allee lang, die Sonne schien durch die kahlen Laubbäume und Nadelbäume, bis ihnen ein Mann entgegenging. Die Hasen tanzten, die Augen der Gorilla leuchteten, Charli und Hasi winkten,  und Gunnar und Per waren sehr erstaunt. "Das ist ja Paul" freute sich Gunnar. Hinter Paul eilte ein Mann, der Paul sehr ähnelte,  aber er war zu aller Erstaunen weiß und jünger. Beide waren sehr warm gekleidet, es war sehr kalt geworden.  

Der Bus hielt, und sie stiegen eilig aus, um Paul stürmisch zu begrüßen. 

"Herzlich willkommen", begrüßte sein Cousin freudig mit ausgebreiteten Armen seine Gäste.

"Jaaaa, ich hab euch auch vermisst," lachte er, und nahm sie nacheinander in die Arme. Nach der ganzen Zeremonie stellte Paul seinen Cousin vor: "Das ist mein Cousin Bernhard  mütterlicherseits, er gehört auch zur Organisation "Rettet die Welt,  dann wird sie euch zeigen, was sie wirklich wert ist".

Er war sofort bereit euch zu helfen. Na dann, kommt mal mit," er winkte ihnen mit seinem Arm mit einer einladenden Geste.

Was sie dann zu sehen bekamen, war einmalig wunderbar. 


Fortsetzung folgt...

Hasi Twister's Reise 

Kapitel 52


Ein riesengroßer Glaspalast türmte sich vor ihnen auf, als sie das Ende der Allee erreicht hatten. Es grünte und blühte innen drin. Der weiß verschneite Wald umrahmte es, so als träfen zwei verschiedene Welten aufeinander. 

Die Tür öffnete sich, sodass der Bus hineinfahren konnte, aber gleich am Eingang stehen bleiben musste, und der Motor schnell ausgestellt sein, als sich die Tür automatisch wieder schloss. 

Dann trauten sie ihren Augen kaum. Auf den Wipfeln der Bäume, die etwa 2 bis 3 m hoch waren, thronten Baumhäuser. Manchmal waren sie auch mit den Baumkronen zugewachsen, sodass sie auf den ersten Blick gar nicht zu sehen waren. Einige waren mit Leitern ausgestattet, andere nur mit Seilen, an denen Bernhard und Paul sich schwungvoll hochzogen. Sie funktionierten wie ein Flaschenzug, nur das die Flaschen ähm die Körper menschlich waren. Die Gorilla interessierten sich ebenfalls glühend dafür. Und probierten es auch gleich aus, und schwangen sich mit viel Geschrei hinauf, und schaukelten verspielt hin und her. Die Temperatur lag bei 20 Grad. Das gesamte Dach war mit Sonnenkollektoren ausgestattet, die für eine gleichbleibende Temperatur im Sommer wie Winter sorgten. Im Winter wurde noch zusätzlich geheizt. In der Mitte dieses Biotops stand ein wunderbarer hellblauer Kachelofen, der mit Holz beheizt wurde. Auf Dauer sicher keine umweltgerechte Lösung. 

"Zum Mittag gibt es Essen", teilte Bernhard mit, Berni wurde er von Paul genannt. Am Ende des Wäldchens in dieser Oase stand ein Haus und erstrahlte in voller Pracht. "Kommt bitte alle zum Haus,  wir werden gemeinsam dort essen, wenn der Gong ertönt ", lud Berni seine Gäste ein.


Fortsetzung folgt...

Hasi Twister's Reise 

Kapitel 53


Paul nannte seinen Cousin auch Berni, weil dieser aus Bern stammte,  aus der Stadt Bern. Die Zusammenhänge der Familienverhältnisse zu erläutern, würde jetzt den Rahmen dieser Erzählung sprengen. Zumindest hatten sie die gleichen Gene. Auch Berni war sehr einfallsreich. So gab es ein Areal mit einem Wasserfall im Badebereich. Pools, abgeteilte Duschen, die einzeln für sich individuell eigene Designs aufwiesen. Hasi und Charli erkundeten das Areal. Sie flanierten über Wege an deren Rand fantastische Blumen aus den Tropen neben europäischen Sommerstauden, wie Levkojen und Stockrosen, Rosen verschiedenster Arten und Farben, blühten. "Das ist ja bezaubernd schön", bemerkte Hasi und sah plötzlich Bienenhäuser. "Wow Charli,  schau mal dort, Bienen". Die Bienenvölker flogen aus und ein, um ständig in den nektarreichen Stauden, Blumen und Bäumen zu sammeln.

"Fehlen nur noch die Wiesen " lachte Hasi fröhlich.  Berni stand plötzlich hinter ihm und erklärte: "Eine Wiese haben wir bereits, kommt ich zeig sie euch". Unterwegs begegneten sie den Gorilla, die es sich in einem kleinen Waldstück in einem Baumhaus, in dem Stroh lag, gemütlich gemacht hatten. Luke spielte mit seinem Mund an seinen Zehen und baumelte mit einem Arm am Seil, das an einer jungen Buche aufgehängt war. 

"Ist das der Anfang einer neuen Zukunft?" fragte sich Charli laut und bekam vor lauter Staunen den Mund kaum zu. 


Fortsetzung folgt...

Hasi Twister's Reise 

Kapitel 54


Berni führte sie zu der Wiese unter einem künstlichen Himmel. Auf der Wiese grasten zwei Engadiner Kühe und mehrere Yorkshire Schafe, fünf Appenzeller Ziegen. Die Wiese war so groß wie ein Fussballfeld. Es gab auch einen Hühnerstall. Das alles war der Beginn einer autarken kleinen Welt, die sich noch im Aufbau befand. Die Hasen fühlten sich offensichtlich auch sehr wohl. "Kommt Freunde, es gibt essen", rief Berni "bitte folgt mir auffällig unauffällig", fügte er ironisch hinzu, und tänzelte  vorne weg.

Leo lief aufgeregt ins Esszimmer des Holzhauses, das ganz weit hinten in diesem riesigen Gewächshaus stand. "Die Gorilla sind weg, nicht mehr da", ganz verzweifelt raufte er sich die Haare mit einer Hand,  in der anderen sein Handy, auf das er immer wieder schaute. "Der Flug geht morgen früh um 6, und die Gorilla sind nicht in ihrem Baumhaus".

Appetit hatte jetzt leider keiner mehr. "Lasst uns drüben im Badhaus suchen gehen," meinte  Berni ruhig und gelassen, "Es nutzt nichts jetzt die Nerven zu verlieren, und schritt voran.

Hinter dem Badehaus stürzte der rauschende Wasserfall hinab in einen kleinen See. Es war ein besonderes Schauspiel.  Der Wasserfall wurde aber nicht künstlich angelegt. Er war mit dem Gewächshaus umbaut worden, einschließlich der Quelle, aus der er floss. Die Sonne glitzerte nicht nur über der mittlerweile beachtlich angewachsenen Schneemenge, sie tauchte auch das Wasser in ein farbig glitzerndes Licht,  diese herrliche Impression rundete ein Regenbogen ab. Vor lauter aah und ooh während sie dieses Naturschauspiel bestaunten,  vergaßen sie die Gorilla für einen kurzen Moment. "Weitersuchen, die Zeit drängt", fügte Leo unruhig und etwas genervt hinzu. Der sonst so ruhig und gelassene Leo wurde nervös.


Fortsetzung folgt...

Hasi Twister's Reise 

Kapitel 55


Der Wasserfall rauschte,  die Luft roch frisch, es gab einige Pflanzen,  die die verbrauchte Luft in in reine Luft zum atmen verwandelten. Belüftungsanlagen gab es natürlich, das gehörte zu einem Gewächshaus dazu.

Plötzlich,  als sie so ruhig standen und fasziniert auf das tosende Wasser schauten, entdeckte Hasi die drei. "Da schaut hinter dem Wasserfall sind sie , Bob, Marly und Luke. Halloooo", rief Hasi und winkte ihnen zu. Doch was machten sie denn? Sie drehten sich weg und verschwanden.  Aber wohin? Was war denn los mit den drei Gorilla? Berni stutzte und rief: "Ja na klar, dahinter befindet sich eine Höhle.  Sie hat sogar einen Durchgang auf die andere Seite des Felsens". "Was?" schrie Leo förmlich, "können Sie dort hinaus?" "Aber warum sollten sie das tun?" fragte Berni beruhigend. Paul war auch etwas verwundert. Sie liefen doch sonst auch nicht davon. 

"Wie kommt man dort hin", fragte Paul. Berni zeigte mit seinem Arm an, man solle ihm folgen. 

Währenddessen spielten Bob und Marly mit ihrem kleinen Luke. Das Wasser spritzte, und der Kleine hatte Spaß. "Wir bleiben hier ", beschloss Bob. Die Athmosphäre und die Luftfeuchtigkeit,  der Eindruck eines Djungels beeindruckte sie so stark, dass sie gar keinen Sinn mehr darin sahen nach Afrika zu gehen. Und sie könnten so in der Nähe ihrer Freunde bleiben. 

"Sie können nicht hier bleiben, sie müssen nach Afrika zurück", erklärte Leo bestimmt, "nur so kann der Bestand der Gorillapopulation enthalten bleiben".

Nur wusste er noch nicht,  was die Gorilla entschieden hatten. Es würde schwer werden, sie vom Gegenteil zu überzeugen. Gelingt es ihm?


Fortsetzung folgt...

Ein paar Fische schauten ihnen entgegen, als sie die Stelle,  an der der Wasserfall etwas dünner nieselte, durchstiegen. Nur ein nebeliger Dunst hüllte sie ein, hinter dem Wasserfall,  der jetzt tosend mit etwas Abstand über ihren Köpfen hinweg donnerte. Der Eingang zur Höhle war schmal und auch nicht besonders hoch. Passten da die Gorilla durch?

Währenddessen flüchteten die Gorilla über die Wiese in den Stall. Dort stand ein Stall für die Kühe, Schafe und Ziegen. Er war mit Heu ausgelegt und die Gorilla ließen sich in einem kleinen abgeteilten Bereich nieder. Ein kleiner Futtertrog stand dort, der für Schweine angeschafft wurde, die es noch nicht gab in diesem Biotop. Luke rieb sich die Augen,  er war vom spielen müde geworden. Marly legte den Trog mit Heu aus und bettete Luke darauf.

"Bob und Marly können sich doch nicht in Luft aufgelöst haben", Berni wusste keinen Rat. Aber dann begann Leo zu rekonstruieren,  und hatte plötzlich eine Idee. "Wo gibt es das meiste Stroh?" "Im Stall ", antwortete Paul. "Der Stall ist auf der Wiese ", sagte Berni. 

Es war dunkel geworden. Lichter erhellten teilweise das Glashaus, an der Decke als Sternenhimmel und auf den Wegen durch Strassenlaternen.

Die Stalltür war geöffnet, und als sie eintraten eröffnete sich ihnen ein merkwürdiges Bild. 

Marly saß rechts und Bob links vom Holztrog, der noch neu und nach frischem Holz roch. Dort drinnen lag Luke schlafend im Heu. Ochse, Ziege und Schaf standen dabei, und Paul sagte mit großen Augen: "Fehlt nur noch der Esel". "Der Esel ist da, der Esel bin ich", seufzte Leo der Doc. 


Fortsetzung folgt...

Hasi Twister's Reise 

Kapitel 57


Nun kamen noch ein paar Hasen hinzu, und Caspar, David und Melchior, also Paul,  Berni und Per. So hießen doch die drei aus dem Morgenland, oder? Das "oder" aber mit der schweizer Betonung lesen, bitte, das klingt so schön.

Am Himmel die Sterne,  das war wie Weihnachten, fehlte nur noch der Gong. Und der ertönte. Es war das Handy von Gunnar. 

"Was macht ihr denn da, übt ihr die "Heiligen drei Könige" und die Weihnachtsgeschichte der Geburt Christi?" sagte Leo, beugte sich nach vorn, und sah Bob mit in die Hüften gestürzten Armen eindringlich in die Augen. Das durfte auch wirklich nur Leo der Doc. "Wir wollen hier bleiben", antwortete Bob trotzig und hielt Leo's Blick stand. " Das geht nicht", sagte Leo leise und seufzte wieder einmal. "Aber warum denn nicht?" Bob drehte sich um, die Arme vor der Brust verschränkt und schmollte. "Heilige drei Könige? Wer sind die? Kenn ich nicht ", murmelte Bob vor sich hin. Luke schlief tief und fest. Es war viel gewesen für den kleinen Kerl in den letzten Tagen.  "Eure Heimat ist Afrika, dort werdet ihr euern Clan wiedersehen, Afrika ist Luke's Zukunft. Dort lernt er Gleichgesinnte kennen. Hier wären nur Menschen für euch da, ausserdem ist es zu klein hier auf Dauer.  Ich weiß,  es scheint so groß. Das Klima in diesem Glashaus hält nur solange die Voraussetzungen stimmen. Das kann schnell anders werden". Gut, das Klima auf der Erde verändert sich auch zu schnell mittlerweile, dachte Leo, und atmete tief durch. Er saß mittlerweile mit hängenden Schultern, in sich zusammen gekauert, auf dem Boden, und Bob strich ihm liebevoll über den Kopf. "Euch ist wohl zu viel Co2 zu Kopf gestiegen.  Ihr könnt die ausgewogene  Dröhnung von Kohlendioxid nicht mehr vertragen, ach," und er seufzte tiefer als sonst.

"Und was nun", fragte Hasi in die Stille hinein,  "Essen? Ich hab Hunger".


Fortsetzung folgt...

Hasi Twister's Reise 

Kapitel 58


Es war nicht wie Weihnachten. Es war  Weihnachten. Der Kugelbaum war aufgestellt. Berni mochte immer mal andere Deko zu Weihnachten,  und da der Brauch einen Tannenbaum aufzustellen und zu schmücken sowieso heidnischen Ursprungs war, fertigte er ein Bild eines Kugelweihnachtsbaumes, das  großformatig  im Wohnbereich hing. Draussen stand dann ein "echter" Kugelbaum zwischen verschneiten Tannenbäumen, und blinkte und blitzte jetzt im Licht der Sterne und Strassenlaternen, am Tage in der Sonne. 

Nach dem gemeinsamen Abendessen, begaben sich alle zu Bett, zur Krippe, ins Heu, ins Stroh, und waren froh.

Über Nacht hatte es gewaltig geschneit. Das Eingangstor des Glashauses ließ sich nicht öffnen. Internetverbindung gab es nur selten, das Telefon war tot. Gemütlich war es in diesem Biotop,  es duftete nach Kaffee,  und wer den nicht mochte,  trank etwas anderes. Leo ging auf und ab. Der Flug war storniert worden wegen Schneegestöber. Es war zu gefährlich zu starten,  geschweige denn zu fliegen. Sie mussten verschieben. Insgeheim freuten sich alle darüber. 

Leo verkündete beim Frühstück: "Wir bleiben hier bis nach Neujahr". 

Sie würden also Weihnachten zusammen feiern, das Fest der Liebe. Für Hasi fühlte sich das sehr gut an. Nur, was schenke ich Charli?

Während Hasi darüber nachdachte, stürzte Berni ins Zimmer: "Es gibt ein Loch im Dach,  es hat der Schneelast nicht stand gehalten. Wir müssen es sichern, sonst stürzt noch mehr ein".


Fortsetzung folgt...

Hasi Twister's Reise 

Kapitel 59


Die Temperatur sank stetig, und die Luftfeuchtigkeit veränderte sich fühlbar. In der Nacht wurde eine Lawine ausgelöst, nur eine kleine, aber die Schneemasse, die sehr schnell zusammen gekommen war, drückte das Glasdach an einer markanten Stelle ein. Bob kletterte auf einen der Felsen neben dem Wasserfall. Es war nebelig,  er sah kaum etwas.

Berni wollte die Handwerker rufen, die ihm die Organisation "Rettet die Welt, dann werdet ihr sehen was sie wirklich wert ist" bisher immer sofort geschickt hatte, da es sich um eine Art Forschungsstation handelte, die mithilfe von Spendengeldern und staatlicher Unterstützung immer weiter entwickelt wurde, um eine autarke Welt zu erschaffen. Aber das Telefon war immer noch tot. Internet gab es jetzt auch keines mehr. Der Bereich mit den Gärten und der Wiese,  sollte sich im Ernstfall selbst abriegeln,  hieße eine Glaswand würde automatisch aufgeklappt und verankert. Aber das geschah nicht. Hasi hatte es anfangs in  Berni's Führung gehört, und interessiert zugehört, aber jetzt musste er sich erinnern. Während Bob versuchte auf das Dach zu kommen, fand Hasi das Stromhaus versteckt zwischen Hibiscusblütensträuchern.

Die Hasen waren im Dutzend durch den schmalen Spalt, der sich hinter dem Wasserfall in der Felswand befand, durch die Höhle auf die andere Seite des Felsens nach aussen gelangt, und konnten so die Handwerker warnen. 

Paul und Gunnar halfen Hasi nun, die Glaswand zu richten, damit die Pflanzen durch die eisige Kälte keinen Schaden nahmen.

Es knatterte und klirrte. Erst fielen nur ein paar Glasstücke aus dem Glasdach, dann stürzte ein Sonnenkollektor ab, rieß Schneemassen mit sich und begrub das Badehaus unter sich. 


Fortsetzung folgt...

Hasi Twister's Reise 

Kapitel 60


Das Glastor, welches die Gebiete mit den subtropischen Pflanzen und den blühenden Blumen aus der europäischen Sommerzeit mit den Wiesen und Weiden schützen sollte, blieb störrisch. Es ließ sich nicht schließen. Es schneite immer heftiger in dicken Flocken und es windete. Der Wind trieb den Schnee verstärkt durch das offene Dach, und eisige Kälte machte sich breit. Gunnar fand die Lösung,  es würde sich bei einer bestimmten Temperaturgrenze schließen, und die war noch nicht erreicht. Aber was wenn die Stromversorgung gestört war durch den Einsturz. Plötzlich ertönte ein leises Krächzen, "es bewegt sich ", rief Hasi erfreut. Nur langsam schloss es sich. Da muss aber noch dran gearbeitet werden, dachte Gunnar bei sich. Berni's Hütte befand sich in dem Bereich,  den jetzt das Schneegestöber erobert hatte. 

Die Hasen kehrten zurück, "wo kommt ihr denn her?" fragte Hasi erstaunt,  die liefen aufgeregt hin und her. Da sah Hasi die Handwerker bereits arbeiten. Paul rief : "Wer möchte heißen Tee? Die Handwerker werden sich jetzt kümmern,  wir können nicht mehr helfen." In der Hütte war es lauschig warm, Berni hatte einen Kachelofen angefeuert. "Endlich darf  ich mal wieder Feuer machen," lachte er. Dann drehte sich Per um: " Wo ist Bob?". Er war nicht da. In der Aufregung hatte niemand gesehen, dass er über die Felsformation aufs Dach geklettert war. "Wir müssen ihn suchen".


Fortsetzung folgt...

Hasi Twister's Reise 

Kapitel 61


"Bob ist auf den Felsen geklettert und verschwand dann hinterm Wasserfall", rief Hasi in das stürmische Schneegetose hinein. Über diesen Felsen kann man auf das Dach  klettern", sagte Berni, und stutzte,  hoffentlich war er nicht auf das Dach geklettert. Fast gleichzeitig schauten sie auf den Schneehügel, der sich vor ihnen, verursacht durch die Lawine, auftürmte. Schnee flog immer noch vom Dach, und es schneite sehr stark, und der kräftige Wind verwirbelte den Schnee,  sodass er sich wie ein weißer Nebel durch die Landschaft zog. "Bob?" Die Hasen wollten sofort graben, doch Paul rief, "Nein nicht. Überall befinden sich Glassplitter, sie könnten schneiden, und tödlich sein. Der Schnee sackte krachend nach, und vom Dach fiel eine neue Masse an Schnee, und grobe Glasstücke dazu. Sie sprangen auseinander, nur langsam gingen sie wieder auf den Schneeberg zu. Leo begann zu sprechen, erst sehr schleppend,  kaum kamen ihm die Worte über seine Lippen. Während Handwerker die Bagger holten, um den Schnee abzutragen,  sagte Leo erst leise und mit getragener Stimme: "Der Schnee ist so dicht, niemand bekommt mehr Luft, und die vielen großen kräftigen Glasscherben zerreißen jeden Körper bei dieser Wucht wärend des Aufpralls. Bob ", Leo weinte fast, fasste sich aber wieder,  "Bob, nie hatte ich einen besseren Kumpel wie dich. Du warst intelligent, stark, liebevoll, kräftig, und du solltest deine Zukunft als Silberrücken und Anführer deiner Sippe haben". So standen sie Seite an Seite, und lauschten trauernd, sich der  Situation ergebend, Leo's Worten. Sie waren allesamt sehr erschöpft.  Hasi warf den Kopf in den Nacken, schluchzte herzzerreißend, und schaute nach oben. Die anderen standen noch mit gesenkten Köpfen neben ihm. "Bob", rief Hasi, und Gunnar nahm Hasi in den Arm. Leo sprach: "Ja, Bob war etwas ganz besonderes". "Nein", rief Hasi.  Entsetzt sahen sie Hasi an, der immer noch verwirrt nach oben schaute. "Wieso nein, du hast ihn nicht so gut gekannt wie ich", schluchzte Leo. " Da oben", rief Hasi erregt." Ja, er wird bestimmt in den Himmel einziehen", versuchte Paul zu trösten.  "So schaut doch, da oben ist Bob", sie schauten Hasi entgeistert an. Hasi sah in Bob's dunkle Augen. Er stand oben, und beobachtete durch das zerborstene Dach die Szene still und interessiert. Dann hatten alle es begriffen "Bob", jubelten sie.


Fortsetzung folgt....

Hasi Twister's Reise 

Kapitel 62


Nach allem was Hasi erlebt hatte, seit er sich aus dem Sauerland auf die Reise begeben hatte, stellte sich für Hasi jetzt die Frage, auswandern ja oder nein, und wohin? Er wurde entführt in einer Tasche,  in der bereits eine Katze saß, mußte mit einem Kürbis auf dem Kopf in tiefster Halloweennacht flüchten, glaubte erblindet zu sein, traf in einer Scheune die von einem Milliardär verfolgte Gorillafamilie, die zu Forschungszwecken missbraucht werden sollten, und die Hasin Charli, die sich kämpferisch für den Schutz verfolgter Tiere angagierte. Dessen Freunde sind der Tierarzt aus der Schweiz und der Biologe aus Schweden, mit denen er Abenteuer überstand, und als er plötzlich verschollen war,  suchten sie nach ihm. Er fand neue Freunde in ihnen, dem Künstler Paul,  seinem Cousin Berni und Per, dem Volontär, der einen Reisebericht über die Rettung der Gorillafamilie schreiben sollte, von Zürich nach Afrika.  Und seine Liebe fürs Leben. Also wohin, in die Schweiz oder nach Afrika.

Es wäre schön mit Bob, Marly und Luke in den Kongo zu gehen. Dort hin sollte die Gorillafamilie ausgewildert werden, denn dort gab es noch Gebiete, in denen Gorilla frei leben konnten. Dann fiel Hasi mitten in seinen Gedanken ein, dass es doch bestimmt eine Zeit der Quarantäne gab, in der die Gorilla verweilen mussten. Und wo wäre er untergebracht in dieser Zeit. In diese Gedanken hinein kuschelte sich Charli an ihn, er lehnte sich zurück und nahm diesen Kuschelversuch gerne an. Dann säuselte Charli ihm ins Ohr: "Ich bin schwanger". Hasi spitzte seine Löffel, klopfte mit seinen Läufen nervös hin und her, und fiel um. Er hatte sich nach hinten fallen lassen, und auf dem Boden liegend, rief er: "das darf doch wohl nicht wahr sein ". Nach einer kleinen Pause,  Charli sah mit großen Augen erwartungsvoll auf ihn herab, jubelte er: "das ist ja fantastisch". 

Aber Moment,  eine Reise nach Afrika, und dann noch Quarantäne,  das kam dann nicht mehr in Frage...


Fortsetzung folgt...

Hasi Twister's Reise 

Kapitel 63

 

Der Abschied nahte,  und es war bald Weihnachten.  Die Aufräumarbeiten gingen stetig voran,  die gefährlichen Glasstücke, die teilweise sie groß wie Tischplatten für 6 Personen waren, wurden nach und nach abgetragen. Das Leben spielte sich jetzt überwiegend im unbeschädigten Gewächshaus ab. Bob, Marly und Luke, liebten die Wärme des künstlichen Dschungel, aber Bob lief schon mal raus, um die Handwerker zu begrüßen,  diese mussten sich erst mal an ihn gewöhnen, aber bald liessen sie ihn beobachten, und verrichteten ihre Arbeit. Abends trafen sich alle dann an Berni's wärmenden Kaminfeuer, aßen zusammen, und erzählten ihre Geschichten. Am Abend des dritten Tages nach dem Unglück,  leuchtete der Himmel orange rot. "Die Engel backen für Weihnachten, sagt man bei uns im Sauerland ", meinte Hasi zu Charli, als sie Arm in Arm draussen in der Kälte standen, und Seite an Seite den Abendhimmel bewunderten . "Wohin gehen wir,  wenn die Operation Gorilla beendet ist?" Sie wollte gerade antworten,  als ein großer Schlitten mit Kufen, gezogen von rosa Rentieren, den ein Elf mit spitzen Ohren und einem langen geflochtenen Bart mit Zügeln aus Lichtfäden lenkte, an ihnen vorbei schwebte. Der Elf selbst wirkte ebenso wie eine Lichtgestalt,  ein fernes Wesen aus einer anderen Welt. Als er näher kam hatte er eine menschlich gnomige Gestalt,  aber ein Gesicht wie ein Mensch und er sprach auch so, nur mit einer tieferen Stimme, die klang wie der Gesang eines Tenors. "Wo ist Paul?" fragte er,  nachdem er sie freundlich begrüßt hatte, indem er die Hand, die in einem leuchtenden Handschuh steckte,  hob und dann auf sein Herz legte,  wobei er kurz den Kopf, wie zu einem Diener senkte. 

 

Fortsetzung folgt...

Hasi Twister's Reise 

Kapitel 64


"Ich habe eine Nachricht für Paul, die ich übergeben soll", sprach der Elf, und entnahm einem roten glitzernden Umschlag einen Brief. Der Brief sah aus wie eine alte Schatulle, nur flach. Die hölzerne Maserung schimmerte golden, aber nur ganz sanft. "Dies ist ein Brief für Paul, ich bin nur der Kurier", sprach der Elf mit seiner sonoren Stimme. "Und du bist sicher Hasi Twister", es war keine Frage, es klang bestimmt. "Gib ihn bitte Paul, er weiß von wem er ist". Der Elf nickte ihnen kurz zu, und entschwand, indem er seinen Rentieren vor seinem Schlitten seine Anweisung gab. HOOOOHOOO erklang seine tiefe Stimme durch die anbrechende Nacht. Dann war alles still. Charli und Hasi sahen sich an, schauten auf den im Sternenlicht golden leuchtenden Umschlag mit dem Brief, und Hasi las: "Für Paul Mulla Barbasch Elf Olissus Black".

Berni rief zum Abendessen, das gleichzeitig das Abschiedsessen sein sollte. Der Tisch in der gut geheizten Holzhütte, in der im Kamin ein lodernes Feuer ebenfalls für Gemütlichkeit sorgte, war gedeckt. Paul betrat den Raum, und Hasi fiel auf, dass er gar nicht so groß war, und dazu noch eine dickere Nase, und spitze Ohren hatte. Ein leichter Schein umgab ihn. Er trug wieder einen bunten Anzug,  der gut aussah zu seiner schwarzen Haut,  die aber gar nicht mehr so schwarz war. Hasi erzählte intensiv von der Begegnung mit dem Elf auf dem Schlitten, und übergab Paul den Brief.  Pauls Augen leuchteten und er bedankte sich freudestrahlend und höflich....


Fortsetzung folgt...

Hasi Twister's Reise 

Kapitel 65


Der Umschlag mit dem Brief war etwa DIN A 4 groß, und prunkvoll bestickt, und leuchtete im Dunkeln. Mysteriös wie märchenhaft. 

Bisher hatten sie noch keinen Flieger nach Afrika, und die Suche ging nur schleppend voran. Sie saßen nun also am Tisch um gemeinsam zu Abend zu essen. Paul kam irgendwann zum Dessert dazu, und grinste über beide Backen. "Ich hab einen Flug für euch", lächelte er. Leo sah auf, "wie", es klang überrascht.  Er hatte sich die letzten Tage die Finger wund telefoniert,  hatte aber nichts erreicht. "In der Realität sicher nicht. Seid ihr offen für eine andere Alternative?" fragte Paul. 

"Für mich zählt, dass es funktioniert", nickte Leo.  Gunnar hatte sich zurück genommen die ganze Zeit.  "Wie soll das gehen?" mischte er sich in das Gespräch. 

Paul schwieg erst und sagte dann: " Wir treffen uns morgen vor Sonnenaufgang am Wasserfall ", stand auf und ging. "Gute Nacht,  legt euch schlafen, bis morgen", und verschwand. 


Fortsetzung folgt....

Hasi Twister's Reise 

Kapitel 66


Die feudale Post kam aus dem Paradies, und hatte gute Nachrichten, pünktlich zu Weihnachten,  zum Heilig Abend. 

Berni hatte einen sehr schönen festlichen Tisch decken lassen, es gab ein vegetarisches Buffet. Paradiesisch angerichtet mit Früchten,  die zu Pyramiden gesteckt, auch als Deko hübsch anzusehen war, prächtige Salate, Gemüseaufläufe, Pasta und Schweizer Kartoffelgerichte wie Rösti und fliessendem Schweizer Käse, und himmlische Köstlichkeiten aus Konditorei und Patisserie. 

Im Kamin knisterte und knackte ein großes wärmendes Feuer, es gab zu trinken und viel zu erzählen. "Es ist ein Ros entsprungen" stimmte Berni mit seiner wunderbaren Stimme an, als es sich alle gemütlich gemacht hatten. Und auch ein schönes fröhlich klingendes Schweizer Lied "Wohl mitts i der Nacht" sang er. Die Hasen sangen mit Charli und Hasi im Chor "Kling Glöckchen Kling" und die Hasen fassten sich bei den Läufen,  tanzten eins vor eins zurück, verbeugten sich und tanzten in die Mitte, und so auch wieder zurück, im Kreis und umringten Hasi und Charli. "Nun seid ihr dran" forderte Berni Leo und Gunnar auf. "Hey tomtegubbar" bot Gunnar an, "ein schwedisches Weihnachtslied aus meiner Heimat, aber dazu wird auch getanzt". "Wenn du es uns zeigst, machen wir mit, oder?" fragte Berni und hob die Arme in die entgegen gesetzten Richtungen und schwang sie wie ein Dirigent. Nun standen sie sich nach Gunnars Einweisung in zwei Reihen gegenüber. Linker Fuss vor, rechter Fuss vor, rechter Fuss zur Seite linker Fuss zur Seite, rechts am gegenüberstehenden Partner vorbei und drehen, auf der anderen Seite stehen. Dann die Hände... ach was war das schön alles so anzusehn. Hatte sowas wie vom amerikansichen Sqaredance. Doch zum gucken hatte niemand Zeit, denn jeder war bereit. Der kleine Luke,  der glückliche,  lachte tanzend um die Gruppe herum. Gunnar sang begleitend mit einer Klampfe. Aus Ghana gab es bestimmt "Silent Night Holy Night", doch Paul war gar nicht da.


Fortsetzung folgt...

Hasi Twister's Reise 

Kapitel 67


Die Nacht war schwarz,  der schwarze Himmel voll mit tausenden von Sternen, und das Sternenbild Orion leuchtete kraftvoll verheißend. Leo rief alle auf, damit auch niemand vergessen wurde, wenn die Reise nach Afrika nun dann doch endlich begann. Leo hatte keinen regulären Flug mehr bekommen so kurzfristig,  schon gar nicht mit einer Gorillafamilie, fast schon einer Grossfamilie, schmunzelte er bei sich. Paul strahlte nicht nur über sein Gesicht vor Freude, sondern auch seine Person, er trug goldene Ketten,  die im Licht der Straßenlaternen des übergroßen Gewächshauses, der letzten Station der Reise nach Afrika, blinkten. Er trug die Kleidung eines Elfs. Bestickte gestrickte gewebte kunstvoll aneinander genähte Stücke, die mit wundervoll schimmernden Naturfarben eingefärbt waren. Alpakaweiß, lapizlazuliblau, rotkohlrot, und rabenschwarz. Der Klang des abstürzenden Wassers des Wasserfall begleitete sie auf dem Weg hinter die Felsen. Und was sie dort sahen, ließ sie staunen...


Fortsetzung folgt...

Hasi Twister's Reise 

Kapitel 68


Sie trauten ihren Augen kaum. Ein Luftschiff, ein Zeppelin,  flog langsam auf sie zu und landete sanft auf Wolken gebettet. Hinter dem Wasserfall über den Felsen,  den Bob bereits kannte, blickten sie auf ein Gebirge in dessen Mitte der Blick in die Täler verwehrt wurde, weil große Luftmassen sich angesammelt und  sich zu einem Wolkenmeer verdichtet hatten. Und darauf schwebte ein wunderschön bemaltes Luftschiff. "Dieser Zeppelin bringt uns nach Afrika, und auch wieder zurück. Ihr dürft alle mitfahren, und Bob, Marly und Luke begleiten".

Paul breitete beide Arme aus und rief: "Bitte einsteigen, die Fahrt kann beginnen".

"Kommt mit bis ans Ende der Welt, erlebt eine einzigartige Reise zu den Sternen,  besucht mit mir die Milchstraße, lasst uns einen Bogen schlagen und in Afrika landen. Seid ihr bereit?"

Die Hasen hoppelten aufgeregt hin und her,  Charli und Hasi schauten sich verliebt an, Leo und Gunnar hatte es erst mal die Sprache verschlagen und standen mit großen Augen starr da, Bob, Marly und Luke betraten zuerst, fast andächtig, das schwebende Teil. Im Cockpit saßen zwei Elfe, startklar zur Abfahrt. 

Die Rentiere begleiteten die kostbare Fracht fliegend. Über den Wolken ging orangerot die Sonne auf.


Fortsetzung folgt...

Hasi Twister's Reise 

Kapitel 69


Der Zeppelin schwebte über den Wolken,  geschickt zwischen den weißen Schneebedeckten Spitzen der Schweizer Berge hindurch,  vorbei an Rothorn, Jungfrau, Matterhorn, Säntis und Stilfser Joch, hinauf in das schwarze Universum Richtung der von goldenen Sternen begleiteten Milchstraße zum Ende der Welt. Die Sterne in der Ferne leuchteten, Meteoritenkrümel flogen an ihnen vorbei, Neptun und Mond schienen ihnen zu folgen. Grenzen überfliessend, ohne Bedeutung,  frei.

Mit Lichtgeschwindigkeit beschleunigten die Elfen das Raumschiff,  das sie als Zeppelin verkleidet hatten. Im Inneren saßen sie bequem,  sogar die Hasen setzten ihren Bewegungsdrang auf Null, und beobachteten mit großen schwarzen Augen die ihnen unbekannte Weite dieses Universums. Leo und Gunnar diskutierten und philosophierten, Hasi hörte ihnen gebannt zu, und Charli und die Gorillafamilie waren ebenfalls ganz eingenommen von diesem aussergewöhnlichen Erlebnis. 

"Ich geh mit dir bis ans Ende der Welt ", der Spruch für Verliebte. Nun steuerten sie darauf zu. Aussen mit Lichtgeschwindigkeit, innen fühlte sich alles so leicht an.

Gegen 6 Uhr europäischer Zeit waren sie in der Schweiz gestartet. Um 6.10 Uhr afrikanischer Zeit landeten sie im Djungel des Kongo.


Fortsetzung folgt...


Ort? Am Ende der Welt,  am Tor zum Universum 😎

Hasi Twister's Reise 

Kapitel 70

 

Ausserhalb der Zeit schienen sie dahinzuschweben, aber sie beschleunigten auf Lichtgeschwindigkeit, und ließen Raum und Zeit hinter sich, in die unendlichen Weiten des Alls. Aber ganz soweit sollte die Reise nun doch nicht gehen, sie wollten ja nach Afrika,  einfach in der Welt nur den Kontinent wechseln, um den Gorilla ihre Heimat wieder zu geben. Doch da sie sich ausserhalb von Raum und Zeit befanden, waren sie so schnell, dass sie zur selben Zeit die Erde wieder berührten, und die 10 Minuten,  die sie mehr brauchten , entstand dadurch, dass sie wieder in Raum und Zeit der Erde eintauchten.  Sie fühlten sich gut und auch irgendwie verjüngt. "Scheinbar hatten die Physiker und Einstein recht mit ihren Behauptungen.  Aber eben Physik war immer etwas fernab von der realen Welt,  obwohl die Berechnungen in der Physik so real waren, dass sie wahrscheinlich realer waren als die Realität selbst. Genau so muss es sein", versuchte Hasi es Charli und den anderen zu erklären.  Leo und Gunnar schmunzelten, die freundlichen Elfen grinsten ein wenig. Für sie gab es ganz andere Erklärungen,  sie erlebten ein Leben in anderer Form als die Erdlinge. Fernab vom Sonnensystem reisten sie immer wieder zur Weihnachtszeit zum Nordpol, und trafen sich mit dem Weihnachtsmann,  um die Details zur darauffolgenden Weihnacht zu planen. Die für dieses Jahr waren schon längst abgeschlossen. Paul war derjenige, der ein menschlicher Elf war, eine Mutation,  die alle Millionen Jahre mal vorkam. Und er hatte sich inständig gewünscht Bob, Marly und Luke in Afrika ein affengeiles Leben zu ermöglichen. 

Und die weiße weise Eule, die sich stets im Hintergrund hält, hatte ihn dabei unterstützt. 

 

Fortsetzung folgt...

Hasi Twister`s Reise 

Kapitel 71


Der Abschied von der Gorillafamilie fiel Hasi schwerer als er gedacht hatte. Aber immerhin durfte er sich nun von afrikanischem Boden von ihnen verabschieden. Hätte der Flug von Zürich aus geklappt, wäre es keine fantastische Reise zum Ende der Welt und zur Erde zurück geworden. So viel hatte er bisher erlebt. Nie war er so dankbar für all das Schöne, das ihm das Leben beschert hatte. "Wenn ich nicht an Wunder glauben würde, dann wäre ich nicht so überrascht und verwöhnt worden. Plötzlich fühle ich mich getragen vom Schicksal, auf Rosen gebettet, und in weiche Watte gehüllt, weil es Freunde gibt, die zu mir stehen. Ich werde euch niemals vergessen, und hoffe, dass wir uns wiedersehen" Hasi standen die Tränen in seinen dunkelbraunen Hasenaugen, und Luke umarmte ihn, Charli schmiegte sich an beide und weinte leise. Alle umarmten sich und verabschiedeten sich, ob Mensch ob Tier, das spielt keine Rolle hier. Paul stand zwischen den beiden Elfen, trug wieder seinen bunten legendären Anzug, und lächelte aus braunen Augen im schwarzen Gesicht, das seine Zähne noch weisser erschienen liess, so weiss wie die Eule auf seiner Schulter. Wie die Eule auf seiner Schulter? Hasi, Charli, Leo, Gunnar und die Hasen schauten mit grossen Augen auf das wunderschöne weisse Tier. Bob, Marly und Luke kannten sie bereits, das ist aber wieder eine andere Geschichte. 

"Die Elfen und ich, und die Gesandtschaft der himmlischen Organisation "Rettet die Welt, dann wird sie euch zeigen, was sie wirklich wert ist...", die die irdene Organisation unterstützt, lädt euch ein immer zur Weihnachtszeit  nach Afrika zu reisen um eure Freunde besuchen zu können" verkündete Paul. 


Fortsetzung folgt...

Hasi Twister's Reise 

Kapitel 72


Hasi Twister's Reise neigte sich dem Ende,  aber das Leben ging weiter. Irgendwann werden wir sterben, aber an allen anderen Tagen nicht,  war dies ein Ausspruch von Walt Disney? fragte sich Hasi, der sich bereits auf neue Abenteuer freute,  allerdings nicht allein. Erst einmal mussten sie wieder zurück nach Europa. Das als Zeppelin verkleidete Raumschiff der Elfen nahm Geschwindigkeit auf, und um die Lichtgeschwindigkeit nutzen zu können flog das Schiff fast flüchtend, so schnell flog es durch die Zeit,  wieder hinter das  Ende der Welt , schlangenförmig zackig die Milchstraße entlang, vorbei an schwarzen Löchern, Planeten,  Meteoritenschwärme, Richtung Mond und Erde.  Ein wunderbares Panorama ganz anderer Art breitete sich vor ihnen aus, das unendliche Universum mit Blick in die Unendlichkeit des Alls. Sie genossen es, waren aber froh, dann doch wieder festen Boden unter ihren Füßen zu haben. 

Paul und die Eule waren im Zeppelin bei den Elfen geblieben. Er führte ohnehin ein Leben ausser Raum und Zeit.  Die Sterblichen wie die Hasen allgemein, Leo und Gunnar,  auch Per, lebten und liebten ihr begrenztes Leben voller interessanter Aufgaben. Per, ja er war auch immer noch dabei, er "zeichnete" eine aussergewöhnliche Reise in seinen Aufzeichnungen über die Reise "Von Zürich nach Afrika... Die Begleitung der Gorillafamilie". 

Hasi fuhr mit dem Zug mit seiner neuen Familie in die Ostschweiz, und entspannte sich  mit den Plänen neuer Vorhaben. Ein spannendes Leben würde noch vor ihm liegen.

Aber das sind ganz andere Geschichten.


Fin 

Ende

Fini 

End

Mister Twister 

Der Komandant 

Kapitel 1


Hasen benötigen nicht so viel Zeit wie Menschen um zu wachsen und erwachsen zu werden. Seit dem Unternehmen "Rettet die Welt, dann wird sie euch zeigen, was sie wert ist" war einige Zeit vergangen, und Charli nahm ihre revolutionäre Bewegung wieder auf, die gemeinsamen Hasenkinder waren bereits erwachsen, und gingen ihre eigenen Wege. Hasi und Charli hatten sich um ihre Familie gekümmert, und hatten eine wunderbare gemeinsame Zeit, aber es war klar, dass sie getrennte Wege gehen würden, denn ihre Vorstellungen vom Leben waren unterschiedlich.  Charli wollte sich aktiv für die Welt und den Frieden engagieren. Hasi wollte frei sein und frei entscheiden können, wohin er wann und wie gehen wollte. Liegt nicht auch die wahre Liebe darin den anderen gehen zu lassen? Sie waren sich einig darüber, dass ihre Liebe blieb,  aber sie nicht zusammen sein konnten.

Hasi war auch erwachsen geworden,  aber anders, reifer, cooler, lebensfroher und selbstbewußter.

Wieder einmal hatte er sein Säcklein gepackt, und reiste mit leichtem Gepäck. 

Endlich wanderte er durch die Schweiz,  so wie er es sich vorgenommen hatte. An einer Quelle  im Wald löschte er seinen Durst.  Das Wasser spritzte klar und angenehm kühl durch seine Hände, und löschte den Durst in der trockenen Kehle. Er genoss das kalte Nass mit geschlossenen Augen,  es schmeckte wie der Fels, das Gras, der Himmel, die Erde und die Blumen und Kräuter. Ein Brummen riss ihn aus seinem philosophisch geschmacklichen Genuss,  vor ihm türmte sich ein Bär mit weit geöffnetem Maul auf.


Fortsetzung folgt...

Mister Twister 

Der Kommandant 

Kapitel 2


Twister hechtete unter einen Felsvorsprung. Der Bär brüllte, vor ihm tauchte plötzlich eine weiße Gans auf, die aufgeregt flatterte, dann fiel ein Schuss, er sah jedoch eine junge Frau mit Pfeil und Bogen. Der Bär kippte stöhnend über den Fels unter dem er saß,  und ein Steinbock flüchtete fluchend hinfort: " Immer dasselbe mit diesem Pack".

Die junge Frau beugte sich über den verletzten Bären, und schaute Twister an. "Ein Hase?", Twister hatte ein dejavü,  nur dass dies kein Bahnhof im Sauerland sondern ein Gebirge in den Schweizer Alpen war,  und die Frau keine helle spitze Stimme und eine Tasche hatte. Aber was beabsichtigte sie mit Pfeil und Bogen.  Der Bär atmete noch.  "Oh nein", stöhnte sie, und kramte in ihrem Rucksack nach Verbandszeug, versorgte seine Wunde so gut es ging, und pfiff laut, kurz, aber eindringlich. Twister zuckte. Alle Achtung,  dachte er noch,  als zwei Männer auf sie zu liefen. 


Fortsetzung folgt...